Gehrer mit Lösung an Publizistik zufrieden

19. Februar 2005, 15:00
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"Vielleicht gelingt's im nächsten Jahr, offene Fragen schon im Juni abzuklären" - Aufnahmeverfahren "nüchtern prüfen"

Wien - Zufrieden zeigte sich Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) über die am Montagabend erfolgte Einigung zwischen Universität Wien und dem Publizistik-Institut. Diese haben sich darauf verständigt, mehr Betreuer für die Betreuung von Diplomanden zur Verfügung zu stellen - zu Semesterbeginn hatten die Lehrenden wegen Überlastung die Annahme neuer Diplomarbeiten verweigert. "Vielleicht gelingt's aber im nächsten Jahr, offene Fragen schon im Juni abzuklären", so Gehrer am Mittwoch vor Journalisten.

Die Verantwortung für die Situation an der Publizistik sah Gehrer erneut beim Institut. Der Rektor müsse seine Institutsleiter nicht zur Planung anhalten: Diese seien selbst dafür verantwortlich und müssten vorausschauend handeln. Man wisse ja schon im vorhinein, wie viele Studenten im alten Studienplan seien und ihre Ausbildung daher innerhalb einer bestimmten Frist abschließen müssen. Proteste an der Publizistik habe es immer gegeben, meinte die Ministerin: "Die Studenten haben schon unter (Ex-Wissenschaftsministerin, Anm.) Herta Firnberg zu Studienbeginn immer gestreikt." Es habe eigene Übungen gegeben, in denen das Organisieren von Demos und das Schreiben von Plakaten "unterrichtet" worden sei.

Dem Vorschlag des Rektors der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien, Christoph Badelt, wonach die Universitäten zwar allen Studenten eine Bakkalaureatsausbildung bieten, ab dem Magisterstudium aber ihre Studenten selbst aussuchen sollten, steht Gehrer neutral gegenüber. Sie halte viel von der derzeit in allen Studienrichtungen verpflichtenden Studieneingangsphase zur Orientierung der Anfänger - diese müsse nun evaluiert werden. Außerdem ersuchte sie die Rektorenkonferenz (ÖRK), Überlegungen in Richtung Neugestaltung der Studieneingangsphase anzustellen. Diese müssten dann "nüchtern geprüft" werden. Aufnahmeverfahren seien dem österreichischen Universitätswesen grundsätzlich nicht fremd: Diese gebe es bereits jetzt etwa an den Kunstunis. Zuletzt habe auch die SPÖ Aufnahmeprüfungen für die ab 2007 entstehenden Pädagogischen Hochschulen gefordert. (APA)

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