Das Phänomen des steirischen Gouverneurs

28. Oktober 2004, 09:47
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Kurzfilm "California": "In der Politik is' er sicher a biss'l anders als in der Schauspielerei"

Graz - "In der Politik is' er sicher a biss'l anders als in der Schauspielerei", vermutet der Bürgermeister der Gemeinde Thal bei Graz im Kurzfilm "California", in dem sich Bewohner der Heimatgemeinde des kalifornischen Gouverneurs Arnold Schwarzenegger Gedanken über den "großen Sohn" ihres Ortes machen.

Der Film wurde am Freitag beim Diskussionsabend "Stolz sein auf Arnie?" in der Grünen Akademie in Graz gezeigt. Dort erörterten ein langjähriger Freund Schwarzeneggers, der Sozialdemokrat und Bildungsleiter der steirischen AK Albert Kaufmann, Philosophieprofessor Johann Götschl und Franz Sölkner, Grünen- Gemeinderat in Thal, das Phänomen Arnold Schwarzenegger.

"Über Arnold lasse ich sicher nichts kommen"

"Auf jemand anderen stolz sein - die Frage an sich ist unsinnig", stellte Kaufmann, der Vorsitzender der sozialdemokratischen Freiheitskämpfer, fest. "Aber über Arnold lasse ich sicher nichts kommen". Schwarzenegger sei in einem antifaschistischen Kreis sozialisiert worden und habe "Nazistudenten die Herrengasse runtergeprügelt", erinnerte sich Kaufmann. Dass er einen in Kalifornien zum Tode Verurteilten nicht begnadigte, fand aber auch bei seinen österreichischen Freunden keine Zustimmung.

Götschl interessierte sich für die Biografie des Immigranten Schwarzeneggers, die umgekehrt in Österreich mit seiner Engstirnigkeit "undenkbar" wäre. (cms, Der Standard, Printausgabe, 25.10.2004)

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    foto: mcdermid
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