Kampagne gegen Antisemitismus: Jesus und Maria als "dreckige Juden" beschimpft

Frankreich: Die Union der jüdischen Studenten will durch die Initiative darauf hinweisen, "dass der Antisemitismus alle betrifft"

Eine Werbekampagne zur Bekämpfung des Antisemitismus, bei der Bilder von Jesus und der Jungfrau Maria mit der Aufschrift "dreckiger Jude" und "dreckige Jüdin" zu sehen sind, hat in Frankreich schon eine Woche vor ihrem offiziellen Beginn für eine heftige Polemik gesorgt. Die Union der jüdischen Studenten Frankreichs (UEJF), von der die Kampagne stammt, will durch die Initiative nach eigenen Angaben darauf hinweisen, "dass der Antisemitismus alle betrifft". Die internationale Menschenrechtsliga LICRA hat die UEJF allerdings dazu aufgefordert, die Kampagne zu annullieren oder abzuändern.

Begleitet werden die Bilder von Jesus und der Mutter Gottes, die in den französischen Printmedien veröffentlicht werden sollen, durch den Slogan: "Der Antisemitismus: Und wenn er eine Angelegenheit aller wäre?". "Die ausgewählten Bilder sprechen alle an und vermitteln eine grundlegend christliche Botschaft, denn Jesus war der erste Antirassist", erklärte UEJF-Präsident Yonathan Arfi die Initiative und fügte hinzu: "Jesus und Maria sind christliche und auch islamische Figuren, die jeden Franzosen berühren. Für mich ist der Antisemitismus ein Problem der öffentlichen Gesundheit wie AIDS, die Verkehrssicherheit oder der Tabak."

In Frankreich haben sich die antisemitischen Akte, insbesondere die Grabschändungen und Gewaltakte gegen Personen, in den letzten Monaten vervielfacht. Innenminister Dominique de Villepin hat jüngst angekündigt, auf der Grundlage eines am 19. Oktober veröffentlichten Expertenberichts konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung des Antisemitismus ergreifen zu wollen. (APA)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 34
1 2
Posting 1 bis 25 von 34
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.