Komapatientin in Florida darf sterben: Gericht entscheidet gegen Gouverneur

26. Oktober 2004, 19:05
8 Postings

Seit 14 Jahren geht der Rechtsstreit um die hirngeschädigte Patientin - Jeb Bush, wollte lebenserhaltende Maßnahmen fortsetzen

Washington - Das Oberste Gericht im US-Bundesstaat Florida hat den Rechtsstreit um Sterbehilfe endgültig gegen Gouverneur Jeb Bush entschieden.

Der Supreme Court lehnte einen Einspruch Bushs ab und bekräftigte sein Urteil von Ende September. Damit dürfen die Ärzte endgültig die lebenserhaltenden Maßnahmen bei der schwer hirngeschädigten 40-jährigen Terri Schiavo nach 14-jährigem Rechtsstreit beenden.

Bush habe seine Kompetenzen überschritten

Der Bruder des US-Präsidenten habe gegen einen "Eckstein der amerikanischen Demokratie" verstoßen, indem er ein Gerichtsurteil zur Beendigung lebenserhaltender Maßnahmen bei einer Koma-Patientin überstimmt habe, entschied das Gericht. Bush habe seine Kompetenzen überschritten, indem er die Ärzte gezwungen habe, eine Person "im Zustand des Vegetierens" am Leben zu erhalten.

Ehemann kämpfte für Sterbehilfe

Terri Schiavos Ehemann Michael hatte den Abbruch der Behandlung verfochten; die Eltern der Frau hingegen glauben an eine Genesung ihrer Tochter und verlangen ihre Weiterbehandlung. Schiavo hatte vor einer fehlgeschlagenen Herzoperation vor 14 Jahren keine Willenserklärung für einen solchen Fall hinterlassen. Seit 1998 wurde der Schlauch zur künstlichen Ernährung mehrfach vorübergehend entfernt und dann wieder eingesetzt.

Im Herbst 2003 hatte der Kongress von Florida Bush per Gesetz ermächtigt, in umstrittenen Fällen einzuschreiten. Der Supreme Court nannte dieses Gesetz nun verfassungswidrig, da die Verfassung von Florida das "Recht auf ein würdiges Sterben" vorsehe.(APA)

  • U.S. President George W. Bush und sein Bruder Gouverneur Jeb Bush

    U.S. President George W. Bush und sein Bruder Gouverneur Jeb Bush

Share if you care.