Film über "Antichrist" soll von Triers Finanzen aufbessern

28. Oktober 2004, 20:26
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"Es spricht wohl nichts dagegen, sich auch mal von wirtschaftlichen Überlegungen treiben zu lassen", so der Sprecher seiner Filmgesellschaft

Kopenhagen - Der dänische Regisseur Lars von Trier (48) plant einen kommerziell angelegten Film mit dem Arbeitstitel "Antichrist". Der Chef und Miteigner von Triers Filmgesellschaft Zentropa, Peter Aalbäk Jensen, bestätigte am Donnerstag in der Zeitung "Politiken", dass der Cannes-Preisträger das Projekt "zur Rettung seiner Privatökonomie" vor dem dritten und letzten Teil seiner US-Trilogie in Angriff nehmen will. "Es spricht wohl nichts dagegen, sich auch mal von wirtschaftlichen Überlegungen treiben zu lassen", sagte Jensen weiter.

Zweiter Teil seiner US-Trilogie "Manderlay" im Endschnitt

Von Trier arbeitet derzeit am Endschnitt von "Manderlay", dem zweiten Teil seiner US-Trilogie. Er setzt damit die mit "Dogville" mit Nicole Kidman in der Hauptrolle eröffnete Serie fort. "Dogville" wurde von der internationalen Filmkritik begeistert aufgenommen, fand aber in den Kinos nur ein kleines Publikum.

Reaktionen, die sich von Trier erwartet: "Ku-Klux-Clan und Farbige werden große Lust haben, mich totzuschlagen"

Der Regisseur hatte am Sonntag bei der Entgegennahme des deutschen Konrad-Wolf-Filmpreises in Kopenhagen gesagt, er erwarte für "Manderlay" noch weit schärfere Kritik aus den USA als nach dem Erscheinen von "Dogville". "Ich stelle mir eine Verbrüderung zwischen dem Ku-Klux-Clan und den Farbigen vor. Beide werden große Lust haben, mich totzuschlagen", meinte von Trier in einem Interview mit "Politiken". "Dogville" mit der Geschichte einer von Dorfbewohnern in den USA missbrauchten Frau war von US-Kritikern als "antiamerikanisch" kritisiert worden. (APA/dpa)

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    Detail aus "Predigten und Taten des Antichristen", Luca Signorelli (1499-1502)

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