"Gehrer kümmert sich nicht mehr"

21. Oktober 2004, 13:45
7 Postings

Rund 700 TeilnehmerInnen bei Demonstration gegen "Uni-Chaos" in Wien - Auch SPÖ- und Grün-PolitikerInnen darunter

Wien - Rund 700 TeilnehmerInnen haben am Donnerstag beim Auftakt der von der Studienrichtungsvertretung Publizistik an der Universität Wien initiierten und von der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) unterstützten Demonstration gegen die Studienverhältnisse an den Unis protestiert. Unter die Studenten mischten sich auch Vertreter der Oppositionsparteien wie SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal, SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl, der Grüne Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald sowie die stellvertretende Parteiobfrau der Grünen, Eva Glawischnig.

Die Demonstranten zogen zunächst über Schottengasse, Herrengasse und Landhausgasse zum Minoriten- und Ballhausplatz und anschließend wieder zurück zur Uni, wo um 14.00 Uhr die Abschlusskundgebung stattfinden soll.

Broukal: Gehrer hat resigniert

Resignation warf SPÖ-Bildungssprecher Josef Broukal Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) am Rande einer heute, Donnerstag, organisierten Studentendemonstration vor. Broukal hatte sich gemeinsam mit SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl, der stellvertretenden Grünen-Chefin Eva Glawischnig und Grünen-Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald der Demonstration angeschlossen.

Glawischnig: "Geht auf keine Kuhhaut"

"Gehrer kümmert sich nicht mehr um die Unis, sie ist offensichtlich nicht bereit, sich mit Finanzminister Karl-Heinz Grasser um das Uni-Budget zu streiten", sagte Broukal. Sie sei immer eine Parteipolitikerin und keine Fachministerin gewesen. "Was Grasser mit den Unis macht, geht auf eine Kuhhaut mehr", so Glawischnig.

Für Manfred Bobrowsky, Assistenzprofessor am Institut für Publizistik der Universität Wien, herrschen am Institut "katastrophale bis demotivierende Zustände für alle Beteiligten". Man blicke seitens der Hochschullehrer mit fünf Professoren und zehn Assistenten auf bevorstehende 2.500 Diplomarbeiten. Für Forschung bleibe praktisch keine Zeit mehr zur Verfügung.

"Nicht ständig von Elite-Unis faseln"

Auch Axel Maireder, Studienrichtungsvertreter der Publizistik, appellierte an Gehrer, sie solle endlich genug Geld für die vorhandenen Unis bereit stellen und "nicht ständig von Elite-Unis faseln". Die Regierung müsse einsehen, dass auf den Unis katastrophale Zustände herrschten.

Für Jasmin Haider, Sprecherin der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH), sind die Publizistik und die Ernährungswissenschaften nur Beispiele für verheerende Mängel an der ganzen Universität. Es fehle sowohl an Personal als auch an Infrastruktur. Die ÖH fordert eine Sofortmaßnahme von 100 Millionen Euro "für das Nötigste". In einem nächsten Schritt sollten endlich konstruktive Gespräche geführt und wieder "ein gescheites Budget" erstellt werden, das den internationalen Vergleich nicht zu scheuen brauche. (APA)

  • "Stoppt Gehrer"
    foto: derstandard.at/lichtl

    "Stoppt Gehrer"

Share if you care.