Punk: Wahrhaftig und schmutzig

24. Oktober 2004, 19:20
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Londoner Ausstellung widmet sich Musik und Lebensgefühl: "Heutige Generation hat schockierenden Inhalte der Bewegung inzwischen verstanden"

London - Bis 23. Jänner 2005 ist in der Hospital Gallery in London eine Ausstellung über die Glanzzeit des Londoner Punks zu sehen. "Punk - A True And Dirty Tale" zeigt Mode von Vivienne Westwood, Plakate und Plattencover des Sex-Pistols-Grafikers Jamie Reid sowie vergilbte Liedertexte der legendären Punkband. Denn die vor 30 Jahren als politische und gesellschaftliche Gegenreaktion entstandene Punk-Ära ist nicht nur eine Musikrichtung, sondern auch ein Lebensgefühl. "Die heutige Generation hat die schockierenden Inhalte der Bewegung inzwischen verstanden und akzeptiert", sagte der Londoner Kunsthändler und Punk-Sammler Paul Solper.

Schock-Poster: Queen mit Sicherheitsnadel durch die Lippen

Gezeigt werden Schock-Poster, wie Reids Plakat für die Pistols Single "God Save The Queen" aus dem Jahr 1977, das die Queen mit einer Sicherheitsnadel durch die Lippen darstellt. Auf einem anderen Poster, das das Cover des "Never Mind (The Bollocks)"-Albums abbildet, befinden sich angeblich Blutspuren des Bassisten Sid Vicious und seiner Freundin Nancy Spungen. Diese sollen durch Heroinnadeln auf das Poster gekommen sein. Später wurde Vicious beschuldigt, seine Freundin in einem Hotelzimmer in New York umgebracht zu haben. Bevor er vor Gericht gestellt werden konnte, starb er allerdings an einer Überdosis.

Kleidung als weiterer Schwerpunkt

Die Ausstellung in der Hospital Gallery konzentriert sich auch auf die provokante Kleidung. In Vitrinen sind zerrissene mit Sicherheitsnadeln gehaltende T-Shirts mit Hass-Aufdrucken und Hosen im Schottenmuster zu sehen, die fast alle von Kult-Punk-Designerin Vivienne Westwood entworfen wurden und bis heute einen einzigartigen Trend in der Mode setzten.

Punk war eine neue Art sich auszudrücken. Für viele junge Briten bedeutete die Ära eine Möglichkeit ihren Ärger und Frust über Politik, Wirtschaft und Spießbürgertum freien Lauf zu lassen. Die Sex Pistols trafen mit ihrer Musik den Zeitgeist. Nach dem Aus der Pistols Ende der 70er Jahre lebt Punk auch heute in vielen Musikstilen weiter. "Die Sex Pistols sind wie eine ansteckende Krankheit. Sie sind unbestechlich!", sagte Manager Malcon McLaren über das Phänomen. (APA/AP)

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    foto: hospital gallery
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