Hirsts "Pharmacy" unter dem Hammer

24. Oktober 2004, 19:24
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Das Interieur des Pleite gegangenen Restaurant im Londoner Trendbezirk Notting Hill brachte weit mehr als erwartet

London - Sein wohl umfassendstes Zitat in der direkten Sprache der Realität lieferte Damien Hirst mit seinem 1998 eröffneten Restaurant Pharmacy. Im September vergangenen Jahres musste das im Londoner Trendbezirk Notting Hill residierende Szenelokal - von nicht wenigen Ahnungslosen aufgesucht, um hier Rezepte einzulösen - seine Pforten schließen.

Am Abend des 18. Oktober gelangte bei Sotheby's in London das komplette Interieur unter den Hammer. Die Erwartungen des Contemporary-Departments von Sotheby's waren bei drei Millionen Pfund bzw. 4,5 Millionen Euro gelegen. Allerdings hatte man in der Bond Street wohl die Rechnung sehr sprichwörtlich ohne den Wirt und seine sammelfreudigen, an der Zahl exakt 500 Fans gemacht. Um fast das Vierfache der Erwartungen wechselte die knapp 170 umfassende Offerte für 15,88 Millionen Euro den Besitzer.

Damit darf sich Sotheby's über den vierten "White Glove"-Sale des Jahres freuen, also über eine Auktion, bei der alle Positionen zugeschlagen wurden. Die geringste Auslage hatte ein Bieter mit 540 Euro für einen Karton Pharmacy-Rotwein. Den höchsten Zuschlag der Sitzung verbuchte man mit umgerechnet 1,76 Millionen Euro für The Fragile Truth, einen der monumentalen Medizinschränke. (kron/DER STANDARD, Printausgabe, 20.10.2004)

  • Hirsts Imbissapotheke ist Geschichte.
    foto: sotheby's

    Hirsts Imbissapotheke ist Geschichte.

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