"Krone"/WAZ-Clinch: Plädoyers Mitte Dezember angesetzt

15. Februar 2005, 16:22
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Oberster Schiedsrichter zeigte Pokerface

Wer ist morgen Chef der "Krone?" Die Frage beschäftigt die Mitarbeiter des Kleinformats naturgemäß recht intensiv. So intensiv, dass in der Wiener Muthgasse derzeit gemunkelt wird, die Entscheidung des Schweizer Schiedsgerichtes komme rascher, als Herausgeber Hans Dichand vorige Woche wissen ließ. Der sprach wie berichtet von einer schriftlichen Entscheidung im ersten Quartal 2005.

Viel rascher dürfte es freilich nicht gehen, glaubt man Zeugen des Verfahrens: Erst Mitte Dezember seien die Plädoyers der Anwälte Dichands und der Essener Mediengruppe WAZ anberaumt. Die WAZ will den 83-jährigen Dichand als Hauptgeschäftsführer der Krone abgesetzt wissen. Beiden gehören je 50 Prozent an Österreichs mit Abstand größter Tageszeitung.

"Ohne jede Gemütsregung"

Vorige Woche verbrachte das von der WAZ angerufene Schiedsgericht im Züricher Hotel Bellerive mit der - generalstabsmäßig geplanten - Anhörung von Zeugen. Die aus Österreich und Deutschland eingeflogenen Zeugen wurden zu bestimmten Themenblöcken auch gemeinsam befragt, zum Teil konnten sie sich selbst zu Wort melden.

Welchen Eindruck ihre Aussagen hinterließen, ist völlig unklar, sagt ein Insider. Die Miene von Bernhard Meyer-Hauser sei völlig versteinert gewesen, "ohne jede Gemütsregung". Er entscheidet als Vorsitzender des Schiedsgerichts, in das Dichand den Rechtsanwalt Christian Hausmaninger nominierte, die WAZ den Linzer Rechtsprofessor Martin Karollus. (red/DER STANDARD; Printausgabe, 20.10.2004)

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