Fotojournalismus im STANDARD: 16 Jahre Zeitgeschehen

21. November 2005, 19:05
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Seit 1988 gehört er zu den wesentlichen Innovationen und Impulsgebern in der österreichischen Zeitungslandschaft.

Eine umfassende Ausstellung im Prunksaal der Nationalbibliothek, kuratiert von "Magnum"-Fotograf Erich Lessing, hält nun Rückschau - dokumentarisch und ästhetisch.

Wir zeigen Ihnen hier alle Fotos.
Video: Die sieben Fotografen auf einen Blick

Mit der Ausstellung DER STANDARD - 16 Jahre Zeitgeschehen wird nicht nur die Arbeit seiner Fotografen präsentiert und gewürdigt. Das aktuelle Foto ist mehr denn je eine Dokumentation der Wirklichkeit als auch der Versuch, diese Wirklichkeit zu manipulieren.

Immer öfter stammen die aufwühlendsten Bilder nicht von professionellen Fotografen, sondern von Amateuren, wie im Fall der Folter-Fotos aus dem Irak. Pressefotografen wären, selbst wenn sie um die Vorkommnisse gewusst hätten, daran gehindert worden, sie zu dokumentieren. Gleichwohl ist die Arbeit der Fotografen in den Kriegs- und Krisengebieten extrem gefährlich. Immer öfter geraten sie zwischen die Fronten. Die Opferzahlen wachsen. Unter anderem auch deshalb, weil das wachsende technische Equipment Kameraleuten und Fotografen einen Teil ihrer Mobilität nimmt.

Im Vergleich zu internationalen Einsätzen ist die fotografische Arbeit in Österreich viel öfter eine feuilletonistische. Sie beruht deshalb nicht weniger auf der Wahl des richtigen Augenblicks und auf dem Erkennen besonderer optischer Konstellationen. In dieser Sicht haben die Fotografen des STANDARD über die Jahre hinweg Maßstäbe gesetzt.

Sie haben ihre Bilder nie als bloße Illustrationen betrachtet. Deren Qualität erschloss sich aus der Kraft oder aus der Lyrik des Gezeigten. Im besten Fall sollten die Fotos auch für sich eine Geschichte erzählen können Das STANDARD-Foto wurde so zu einem Markenzeichen. Und zu einer Aufforderung an die Mitbewerber, gleich zu ziehen.

Diese Ausstellung ist daher auch eine Herausforderung für den STANDARD selbst, in neue Foto-Diemensionen aufzubrechen.

Von Gerfried Sperl
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