Fotojournalismus im STANDARD: 16 Jahre Zeitgeschehen

20. Oktober 2004, 10:45
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Eine Ausstellung im Prunksaal der Nationalbibliothek, kuratiert von "Magnum"-Fotograf Erich Lessing, hält nun Rückschau

Mit der Ausstellung DER STANDARD - 16 Jahre Zeitgeschehen wird nicht nur die Arbeit seiner Fotografen präsentiert und gewürdigt. Das aktuelle Foto ist mehr denn je eine Dokumentation der Wirklichkeit als auch der Versuch, diese Wirklichkeit zu manipulieren.

Immer öfter stammen die aufwühlendsten Bilder nicht von professionellen Fotografen, sondern von Amateuren, wie im Fall der Folter-Fotos aus dem Irak. Pressefotografen wären, selbst wenn sie um die Vorkommnisse gewusst hätten, daran gehindert worden, sie zu dokumentieren. Gleichwohl ist die Arbeit der Fotografen in den Kriegs- und Krisengebieten extrem gefährlich. Immer öfter geraten sie zwischen die Fronten. Die Opferzahlen wachsen. Unter anderem auch deshalb, weil das wachsende technische Equipment Kameraleuten und Fotografen einen Teil ihrer Mobilität nimmt.

Im Vergleich zu internationalen Einsätzen ist die fotografische Arbeit in Österreich viel öfter eine feuilletonistische. Sie beruht deshalb nicht weniger auf der Wahl des richtigen Augenblicks und auf dem Erkennen besonderer optischer Konstellationen. In dieser Sicht haben die Fotografen des STANDARD über die Jahre hinweg Maßstäbe gesetzt.

Sie haben ihre Bilder nie als bloße Illustrationen betrachtet. Deren Qualität erschloss sich aus der Kraft oder aus der Lyrik des Gezeigten. Im besten Fall sollten die Fotos auch für sich eine Geschichte erzählen können Das STANDARD-Foto wurde so zu einem Markenzeichen. Und zu einer Aufforderung an die Mitbewerber, gleich zu ziehen.

Diese Ausstellung ist daher auch eine Herausforderung für den STANDARD selbst, in neue Foto-Diemensionen aufzubrechen. (Gerfried Sperl/DER STANDARD; Printausgabe, 20.10.2004)

Fotojournalismus im STANDARD

Fotos von Heribert Corn, Matthias Cremer, Christian Fischer, Regine Hendrich, Robert Newald, Rudolf Semotan, Andy Urban

"16 Jahre Zeitgeschehen" im Prunksaal der Nationalbibliothek, geöffnet von 20. Oktober bis 31. November 2004.

  • Artikelbild
    foto: standard/cremer
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