Satellit krachte in China auf ein Haus

19. Oktober 2004, 10:07
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Die Raumsonde hatte ihr Ziel etwas verfehlt - Keine Verletzten - Chinesische Experten beruhigen nun die Bevölkerung

Die Raumsonde hatte ihr Ziel etwas verfehlt. Chinesische Experten beruhigen nun die Bevölkerung: Die "Landetechnologie" ihrer Satelliten sei bereits "sehr weit fortgeschritten".

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Ein chinesischer Satellit hat laut einem Medienbericht bei seiner Rückkehr zur Erde ein Haus zerstört. Verletzte habe es nicht gegeben, berichtete die chinesische Tageszeitung für die Jugend am Sonntag. Die zu wissenschaftlichen Zwecken gestartete Kapsel sei nach einer 18-tägigen Mission versehentlich auf das Haus eines Dorfbewohners im Gebiet von Tisanbeizi in der südwestlichen Provinz Sichuan gestürzt.

Eine Überprüfung durch Experten habe ergeben, dass die Kapsel keinen Schaden erlitten habe. Die Bevölkerung habe aber keinen Grund zur Besorgnis, die "Landetechnologie" der chinesischen Satelliten sei "sehr weit fortgeschritten", die Zielgenauigkeit bei Landungen "weltweit Spitze".

Weitgehend glimpflich

Bisher waren Abstürze von Satelliten weitgehend glimpflich verlaufen. Aufsehen erregte 1978 der Absturz des mit einem Kernreaktor ausgerüsteten sowjetischen Spionagesatelliten "Kosmos 954" über menschenleerem Gebiet in Kanada. Teile des Großen Sklavensees wurden nuklear verseucht. Die Sanierung kostete Millionen von Dollar.

1979 fielen über dem Indischen Ozean und Westaustralien Reste der US-Raumstation "Skylab" vom Himmel. Eines der Trümmer erschlug in Australien eine Kuh.

Nachdem im März 1996 ein chinesischer Satellit über dem Atlantik abgestürzt war, sorgte im November die außer Kontrolle geratene russische Raumsonde "Mars 96" für Aufregung. Teile der Kapsel mit 270 Gramm hochgiftigem Plutonium drohten in Australien aufzuprallen. Sie fielen dann 1300 Kilometer westlich von Südamerika in den Pazifik.

Problemlos verlief 2001 der kontrollierte Absturz der russischen Raumstation "Mir" im Pazifik.

Neue ISS-Besatzung

Am Samstag ist indes die neue Besatzung der Internationalen Raumstation ISS trotz einer Schrecksekunde sicher angekommen. Bei der Annäherung sei die Kapsel"Sojus TMA-5" zu schnell gewesen, 200 Meter vor dem Ziel wurde von der Bodenstation befohlen, auf Handsteuerung umzuschalten. (APA, frei)

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    Der Südosten Chinas aus dem All. Die Provinz Sichuan befindet sich links oben.

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