Wie lange dauert es, bis wir verblöden?

17. Oktober 2004, 18:00
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Oder sind wir schon verblödet? Unsere Blödheitzumutbar­keitsgrenze ist jedenfalls erreicht

Heute gelangen wir an die Blödheitzumutbarkeitsgrenze (den Hintergrund dafür und eine Standpauke, betreffend das Forum der letzten Frage finden Sie unter Am dümmsten(?) gefragt): Wie lange wird es noch dauern, bis wir alle vollständig verblöden? Sogenet war es, der/die so böse war, diese Anspielung im letzten Forum zu machen.

Kleiner Exkurs, damit Sie sehen, wie ernst wir - das Massenmedium, von dem Little Monster meint, es sei das Blatt für das lernwillige Proletariat - es mit Ihnen meinen: Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, zwei "Apokalyptiker", verteufelten die Massenmedien. Dem Ziel der Gewinnmaximierung (oder auch nur der Profitabilität) sind ja nicht zuletzt auch sie ausgeliefert. Die Massenmedien würden mit dafür sorgen, dass Geistesgüter im Sog der gut verkäuflichen Waren- und Informationsfluten untergehen. Der Mensch, das sind Sie, werde sozusagen verschlungen im Meer der ökonomischen Mächte, auch des Entertainment, würde quasi reduziert auf das Teilchen einer unmündigen Masse. Aufklärung sei nur "Massenbetrug".

Umberto Eco meint im Gegenzug, dass gar Ihre unterschiedlichen Bildungsniveaus komplementär seien. (Und auch hier spielen wir auf eine Diskussion im letzten Forum an: "a wahnsinn, lauta gstudierte". "Die tuan jo nua so...". Unsere Statistik sagt, dass an der hohen Akademikerquote viel dran ist.) Diese Niveaus könnten "von allen Mitgliedern derselben Nutzungsgemeinschaft betreten werden". Und Eco folgert: Es öffnet sich somit "ein Weg zur kulturellen Verbesserung der Massenmedien".

Loslegen

Also legen Sie los, am liebsten so gespalten wie schon letzte Woche: über die Verderbtheit der Menschen, die Pervertierung der Gesellschaft, die Blödheitzumutbarkeitsgrenze, die Sie bei uns erwartet, oder über die Frage, seit wann wir verblödet sind, wenn denn bereits.

Sogenet, seien Sie wieder nett, wir schicken Ihnen ein waschechtes Philosophenbuch, damit Sie in "Dumm(?) gefragt" nicht völlig versumpfen. (Eigentlich neigen wir eher zur Bestrafung und hätten "Little Monster" gern ausgelobt. Doch abgesehen davon, dass Sie das Buch nötiger zu haben scheinen, wollen wir auch die Spielregeln nicht biegen.) Sie werden sehen: Der Pfabigan liest sich flott. Adresse noch schicken und Sie alle bitte merken: Noch einmal zu behaupten, als dümmste sei die jeweils aktuelle Frage doppelt so dumm wie die dümmste, würde zuerst auf den Fragenden zurückfallen. (red)

  • Drei prominente Bewohner der Sesamstraße - die massentaugliche Sendung schlechthin, in der uns seit Kindestagen gelehrt wird: Fragen ist nicht dumm.
    derstandard.at

    Drei prominente Bewohner der Sesamstraße - die massentaugliche Sendung schlechthin, in der uns seit Kindestagen gelehrt wird: Fragen ist nicht dumm.

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