Vorarlberg startet "Herbstferien"-Pilotprojekt

21. Februar 2006, 13:23
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Vom 25. Oktober bis 2. November stehen an vielen Schulen in Vorarlberg "Herbstferien" auf dem Programm

Konkret betroffen sind alle Pflicht- und weiterführenden Schulen außer Berufsschulen. Durch Einschränkung der Schulautonomie und Umschichtungen bei den freien Tagen haben die Schüler im Ländle damit mehr als eine Woche keine Schule. Die Ferienwoche besteht einerseits durch zwei schulautonome freie Tage. Andererseits müssen die Vorarlberger Kinder und Jugendlichen - anders als ihre Kollegen in den anderen Bundesländern - als Ausgleich an den Dienstagen nach Ostern und Pfingsten "einrücken".

Alle Jahre wieder

Die Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Herbstferien entflammt praktisch jedes Jahr mit dem ersten Fallen der Blätter. Befürworter führen die Teilung der Unterrichtszeit zwischen Sommer und Weihnachten in zwei gleich lange Blöcke und den Erholungswert für die Schüler ins Treffen, Gegner argumentieren mit dem Brechen des gerade erst gefundenen Unterrichtsrhythmus. Anders als in den meisten europäischen Staaten gibt es in Österreich keine allgemeinen Herbstferien - viele Schulen verwenden aber ihre (höchstens fünf) schulautonomen Tage, um die Zeit zwischen Nationalfeiertag und Allerseelen für "inoffizielle" Herbstferien freizugeben.

"Generelle Herbstferien vorstellbar"

Manche Eltern werden durch die schulautonomen Tage vor das Problem gestellt, dass eben nicht alle Schulen zur gleichen Zeit frei geben - wer Kinder an mehreren Schulen hat, bekommt deshalb Betreuungsprobleme. Auch ein gemeinsamer Urlaub ist oft nicht möglich, weil etwa die schulautonomen Tage des einen Kindes in den Herbst gelegt werden, während das andere erst nach Ostern oder Pfingsten frei hatte. Die Wiener Stadtschulrats-Präsidentin Brandsteidl (S) kann sich deshalb vorstellen, generell Herbstferien einzuführen und im Gegenzug die schulautonomen Tage abzuschaffen. "Ferien gehören zentral geregelt", so Brandsteidl. Die Regelung mit den schulautonomen Tagen sei ihr ein Dorn im Auge.

Herbstferien europaweit üblich

Während in Österreich Vorarlberg erstmals "Herbstferien" erprobt werden, sind echte Herbstferien in den meisten europäischen Staaten bereits Realität. Ohne einige Urlaubstage müssen nur die Schüler in den Mittelmeerländern Spanien, Portugal, Griechenland, Italien und Zypern sowie in Polen auskommen. Am längsten Herbstferien haben die Kinder und Jugendlichen in Liechtenstein (zwei Wochen), gefolgt von Frankreich mit 1,5 Wochen. Schottische Kinder dürfen sich je nach Region auf ein bis zwei Wochen Ferien freuen, deutsche haben ebenfalls regional unterschiedlich zwischen fünf und zwölf Tagen frei.

Die Bandbreite des Ferienbeginns reicht vom 27. September (Norwegen) bis 6. November (Bulgarien). Die längste regionale Staffelung haben die Deutschen: Je nach Bundesland stehen die Ferien zwischen 4. Oktober und 6. November auf dem Programm. In den meisten Bundesländern dauern diese zwölf Tage, nur fünf Tage Auszeit bekommen die Schüler in Bayern und Baden-Württemberg, sechs jene in Sachsen-Anhalt. (apa)

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