Sun Österreich mit knapp zweistelligem Umsatzwachstum im Quartal

24. Oktober 2004, 15:33
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Konzernergebnis durch 82 Mio. Euro Strafzahlung an Kodak belastet - Österreich-Chef: Novell-Übernahme hätte am lokalen Markt keine "schwerwiegende Bedeutung"

"Sehr positiv" hat der US-Computerkonzern Sun Microsystems das erste Quartal 2004/05 (zum 26. September) in Österreich abgeschlossen. Sun Österreich-Chef Donatus Schmid sprach am Freitag von einem "knapp zweistelligen" Umsatzwachstum. Das lokale Geschäft entwickle sich "noch deutlich besser als im vergangenen Jahr", sowohl im Server-, als auch im Softwarebereich. In dem für Sun "sehr wichtigen" laufenden zweiten Quartal setzte sich diese positive Entwicklung fort. Das Ziel des Konzerns, das Gesamtjahr 2004/05 mit einem Gewinn abzuschließen, bleibe aufrecht, so Schmid.

Mehr Umsatz

Weltweit hat Sun Micro den Umsatz im abgelaufen Quartal um 3,6 Prozent auf 2,63 Mrd. Dollar gesteigert. Bis Jahresende will der Computerkonzern jetzt vor allem mit einer neuen Version des Unix-Betriebssystem Solaris punkten, die noch dieses Quartal auf den Markt kommen soll. Erst kürzlich hatte Sun eine neue Version der Softwareplattform Java auf den Markt gebracht.

In Österreich hat Sun von 50 Mitarbeitern zwei abgebaut

Im Serverbereich hat der Konzern unterdessen seine Restrukturierung fortgesetzt. Der geplante Abbau von weltweit 3.500 Mitarbeitern (mehr als ein zehntel des Personals) ist laut Schmid bereits weitgehend abgeschlossen. In Österreich hat Sun von 50 Mitarbeitern zwei abgebaut. Der Wettbewerbsdruck im Server-Bereich nehme nicht ab, die jüngste Margensteigerung habe nur durch interne Kostensenkungen erreicht worden, so Schmid.

Abfertigungen

Insgesamt hat Sun im ersten Quartal 108 Mio. Euro Restrukturierungskosten - in erster Linie für Abfertigungen - verbucht. Dazu kam eine zusätzliche Sonderbelastung von 82 Mio. Euro - eine Strafzahlung, die Sun wegen einer Patentverletzung verletzt an Kodak zahlen musste. Dennoch hat Sun seinen Nettoverlust in den vergangenen drei Monaten von 286 auf 174 Mio. Dollar verringert. Ohne Sonderbelastungen hätte der Konzern einen Nettogewinn von 13 Mio. Euro erzielt, betonte Schmid.

Rund elf Prozent an Wert eingebüßt

Die Bruttogewinnspanne ohne Sonderposten lag dem Unternehmen zufolge bei 42,9 Prozent und damit höher als im Vorjahr und im Vorquartal. Analysten und Anleger achten besonders auf diese Zahl, die in den vergangenen Jahren wegen gestiegener Auslieferungen günstigerer Server rückläufig war. Nachdem sie den Nasdaq-Handel am Donnerstag mit Abschlägen bei 3,97 Dollar (3,21 Euro) beendeten, kletterten Sun-Aktien nachbörslich um 2,8 Prozent auf 4,08 Dollar. Seit Jahresbeginn haben die Papiere rund elf Prozent an Wert eingebüßt.

Novell-Übernahme hätte am lokalen Markt keine "schwerwiegende Bedeutung"

Den jüngsten Fokus auf Softwareentwicklungen hatte Sun schon zur Jahresmitte angekündigt. Der US-Computerkonzern hat dafür auch eine Reihe von Akquisitionen untersucht, geprüft wurde dabei laut Sun-Präsident Jonathan Schwartz auch eine Übernahme des Konkurrenten Novell. Aus österreichischer Sicht hätte eine Übernahme von Novell aber "keine schwerwiegende Bedeutung", betont Schmid. (APA)

  • Sun Österreich-Chef Donatus Schmid

    Sun Österreich-Chef Donatus Schmid

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