Google fordert Microsoft heraus

31. Oktober 2004, 10:19
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Erste Version der Desktop-Suche veröffentlicht - Listet und durchsucht Festplatten - Kostenloser Download

Google hat die schon im Mai angekündigte Desktop-Suche vorgestellt. Das Programm steht auf der Website http://desktop.google.com zum kostenlosen Download zur Verfügung. Es erweitert die populäre Online-Suche von Google auf die Dateien auf den Festplatten der User. Mit einem derartigen Programm reagiert das US-Unternehmen auf eine Nachfrage der User, die angesichts immer größerer Speicherkapazitäten immer drängender wird. Gleichzeitig wildert das Internet-Unternehmen auch massiv im Revier von Microsoft und setzt Konkurrenten wie Yahoo unter Druck.

Abbild

Als "fotografisches Gedächtnis" des Computers will Google seine Desktop-Suche sehen, berichtet die New York Times (NYT). Das Programm integriert die Desktop-Suche in den Browser und nutzt die dem User vertraute Oberfläche der Online-Suchmaschine. Die Suche kann online und offline gleichzeitig durchgeführt werden. Neben den Kategorien Web, Bilder, News etc. finden sich dann unter Desktop die Suchergebnisse für die eigene Festplatte. Wird die Suche ohne Verbindung zum Web durchgeführt scheinen naturgemäß nur die Desktop-Ergebnisse auf. Durch die Integration der Desktop-Suche in den Browser hofft Google die Nutzung seiner eigenen Suchmaschine zu erhöhen. Daher findet sich im Gegensatz zum Webmail-Service Gmail auch keine zusätzliche Werbung in dem Gratis-Programm.

Keine Überwachung

Die Desktop-Suche sei "völlig privat", so Marissa Mayer von Google zur NYT. Google wisse nicht was auf dem Computern der User passiert, wenn die Festplatten durchsucht werden. Allerdings erstellt das Programm, wenn es installiert wird, einen Index aller auf dem Computer vorhandenen Daten, um die Suche zu verbessern und zu beschleunigen. Analysten geben daher zu bedenken, dass es möglicherweise Daten auf den Festplatten gibt, die man nicht unbedingt in einer Liste finden will, beispielsweise wenn ein Computer von mehreren Usern genutzt wird. Google plant für diesen Fall eventuell einen möglichen Passwort-Zugang zu ergänzen, so die NYT.

Gegner

Desktop-Suche ist zurzeit das Gebot der Stunde für zahlreiche Internet-Unternehmen, aber auch für Microsoft. Die Suche auf der Festplatte soll ein zentrales Element des neuen Microsoft-Betriebssystems Longhorn werden, das 2006 kommen soll. Auch Yahoo und AskJeeves arbeiten an einer Desktop-Suche. AOL hat in dieser Woche ebenfalls ein Testprogramm gestartet, das die Desktop-Suche in den Browser integriert. (pte)

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