Springer auf der "gezielten Flucht nach vorn"

14. Dezember 2004, 19:41
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Wiele: "Wer sich in gesättigten Märkten auf seine eigenen Titel verlässt, der stirbt den einsamen Tod" - Vorstandsmitglied plädiert für Mut zur Innovation: "Be different, be first, be a brand, be big"

Mut zur Innovation gerade in Zeiten (noch) flauer Konjunktur hat Andreas Wiele, Vorstandsmitglied der Axel Springer AG, am Donnerstag der österreichischen Medienbranche ans Herz gelegt. Springer habe in jüngster Zeit vier große neue Titel lanciert und ziehe schon jetzt eine positive Zwischenbilanz, sagte er bei den Medientagen in Wien. "Wer sich in gesättigten Märkten auf seine eigenen Titel verlässt, der stirbt den einsamen Tod. Uns bleibt also keine andere Wahl als die gezielte Flucht nach vorn."

"Spannungsfeld der drei W"

Der deutsche Printmarkt stehe im "Spannungsfeld der drei W", nämlich Wirtschaft bzw. Konjunktur, Web und Wettbewerb, "insbesondere der Verdrängungswettbewerb der großen Verlage untereinander". Letzterer lasse so manche Verlagsanstalt zur "Kopieranstalt" und zum "Billigheimer" werden: Erfolgreiche Konzepte würden kopiert und zu geringerem Preis auf den Markt geworfen. Doch noch verkauften sich Originale besser, umso wichtiger sei es, weiterhin starke Printmarken zu kreieren. Wobei es vier "Regeln" zu beachten gelte: "Be different, be first, be a brand, be big", also anders, der erste, eine Marke und groß zu sein.

Herausforderung Internet

Bei der Herausforderung durch das Internet müssten sich Printprodukte auf ihre Stärken besinnen, so Wiele. Die liegen im Redaktionellen: "Das Rennen um die Zeit werden wir immer verlieren. Deswegen müssen wir das Rennen um die Glaubwürdigkeit und die Verlässlichkeit gewinnen."

Kopierlust

Innovationspotenzial sieht Wiele auch am österreichischen Markt, der offensichtlich immer wieder ein wenig Kopierlust geweckt hat: Hier zu Lande seien schon viele Ideen entstanden, "die wir erfolgreich und manchmal weniger erfolgreich abgekupfert haben". (APA)

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