Stahlboom beschert VAI Rekordaufträge

21. Oktober 2004, 16:14
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Im ersten Halbjahr 2004 um 64 Prozent auf 907 Millionen Euro gestiegen - 200 neue Arbeitsplätze in Linz geschaffen

Linz - Der Wachstumstrend in der Stahlproduktion beschert dem zur VA Tech gehörenden Voest-Alpine Industrieanlagenbau (VAI) mit Sitz in Linz einen Rekord beim Auftragseingang. Dieser sei in den ersten sechs Monaten verglichen mit der entsprechenden Vorjahresperiode um 64 Prozent auf 907 Mio. Euro gestiegen und habe ein "Allzeithoch" erreicht, berichtete Vorstandsvorsitzender Gerhard Falch in einem Pressegespräch am Mittwoch in Linz. Der Auftragsstand wuchs um 43 Prozent auf 1,518 Mrd. Euro. Zahlen für das dritte Quartal wollte Falch nicht nennen.

Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) betrug per 30. Juni 28,7 Mio. Euro und lag damit um 37 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Umsatz stieg um 26 Prozent von 422 auf 532 Mio. Euro.

China als Wachstumsmotor

Die Rohstahlproduktion ist im ersten Halbjahr 2004 nach VAI-Angaben weltweit um 7,9 Prozent auf 503 Mio. Tonnen gestiegen, Wachstumsmotor sei weiterhin China mit 21,1 Prozent Steigerung. "Wir agieren derzeit in einem Umfeld, das sehr erfreulich ist", betonte Falch. Die Kunden des Unternehmens würden "gutes Geld" verdienen, daher könne man investieren.

Nach dem Krisenjahr 2001 habe die VA-Tech-Tochter ihre Hausaufgaben gemacht, sagte Falch, der das Unternehmen voll ausgelastet sieht. Der Personalstand sei den Kapazitäten angepasst worden, die Kosten habe man heute im Griff. Für zusätzlichen Rückenwind sorge der Aufschwung am Markt. Mitarbeiter, die das Unternehmen vor drei Jahren wegen Überkapazitäten verlassen mussten, hole man jetzt teilweise zurück, erklärte Falch. In Linz seien seit Jahresbeginn 200 neue Arbeitsplätze - inklusive Leasingkräfte - geschaffen worden.

Mitarbeiterstand gewachsen

China, GUS und Brasilien, die 40 bis 45 Prozent zum gesamten Auftragseingang beitragen würden, seien "die wirklichen Treiber" für das Wachstum des Voest-Alpine Industrieanlagenbaus. Auf dem boomenden chinesischen Markt sei der Auftragseingang in den ersten sechs Monaten verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 315 Prozent von 79 auf 249 Mio. Euro gestiegen, derzeit liege er bereits "deutlich über 300 Mio.", berichtete der Vorstandschef.

Der Mitarbeiterstand der im Frühjahr 2004 gegründeten VAI Automation Shanghai Ltd. werde im kommenden Jahr von derzeit 30 auf 100 wachsen. Auch eine Akquisition sei angedacht. Zusätzlich verfügt das Unternehmen über ein Assemblingwerk, über das heuer 15 bis 20 Mio. Euro für Landesprojekte zugekauft werden sollen. 2005 werde in China ein "gutes bis exzellentes Jahr" prognostizierte Falch, der für 2006 beim Auftragseingang eine Abflachung, aber keinen Zusammenbruch erwartet.

In den GUS-Staaten, in denen der Auftragseingang in den ersten sechs Monaten um 48 Prozent von 102 auf 151 Mio. Euro wuchs, arbeite man an "hoch interessanten Projekten", berichtete der Vorstandsvorsitzende. Wachstum sei sowohl am Inlandsmarkt als auch bei den Exporten zu verzeichnen. VAI gründete heuer eine Tochtergesellschaft in Moskau und eine Zweigstelle in Ekaterinburg zum Aufbau des lokalen Automationsgeschäftes.

Wachstumsmarkt Brasilien

Ein weiterer Wachstumsmarkt für den metallurgischen Anlagenbau sei Brasilien, so Falch. Das Land verfüge über ein reiches Vorkommen an Bodenschätzen und schiele sehr stark in die USA. Vier Jahre lang seien die Vereinigten Staaten "mausetot" gewesen, jetzt spüre man eine Belebung. Heuer habe VAI in Brasilien Aufträge mit einem Wert von insgesamt rund 150 Mio. Euro lukrieren können.

Den Rekord beim Auftragseingang werde man 2005 nicht wiederholen können, man werde aber - verglichen mit den Vorjahren - auf hohem Niveau wirtschaften, sagte der VAI-Vorstandschef, der ein erfolgreiches Gesamtjahr erwartet. Die kommenden beiden Jahre würden aus heutiger Sicht "sehr, sehr gute Jahre" für den Anlagenbau. Der Umsatz werde zweistellig wachsen.

Der Voest-Alpine Industrieanlagenbau ist laut Falch global "praktisch auf gleicher Augenhöhe" gemeinsam mit dem deutschen Anlagenbauer SMS-Demag. Das Linzer Unternehmen halte bei einem Weltmarktanteil von rund 18 Prozent, vor zwei bis drei Jahren sei man zwischen 15 und 16 Prozent gelegen. VAI beschäftigt weltweit rund 3.500 Mitarbeiter. Die F&E-Quote wird mit vier Prozent beziffert.(APA)

  • Der Stahlpries ist in den ersten sechs Monaten verglichen mit der entsprechenden
Vorjahresperiode um 64 Prozent auf 907 Mio. Euro gestiegen und hat 
ein "Allzeithoch" erreicht,
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    Der Stahlpries ist in den ersten sechs Monaten verglichen mit der entsprechenden Vorjahresperiode um 64 Prozent auf 907 Mio. Euro gestiegen und hat ein "Allzeithoch" erreicht,

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