Dichte Hirnsubstanz bei Zweisprachigen

20. Oktober 2004, 18:47
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Graue Substanz in der Gehirnregion nimmt umso stärker zu, je besser man eine zweite Sprache beherrscht

London - Wer zweisprachig aufwächst, hat eine dichtere graue Hirnsubstanz. Das Lernen einer zweiten Sprache scheine die Struktur des Gehirns zu verändern, berichten britische und italienische Forscher im Fachjournal "Nature". Die Beobachtung stütze die wachsende Zahl von Hinweisen darauf, dass sich die Struktur des Gehirns in Anpassung an Umweltanforderungen verändern kann.

Gehirne verglichen

Cathy Price vom Wellcome Departement of Imaging Neuroscience in London und ihre Mitarbeiter hatten die Gehirne von zweisprachigen mit denen von einsprachigen Menschen verglichen. Die zweisprachigen Probanden besaßen durchwegs eine dichtere graue Substanz in einem Gehirnbereich, der für das flüssige Sprechen zuständig ist. Der Unterschied war umso größer, je eher die Untersuchten mit dem Lernen der zweiten Sprache begonnen hatten.

Zudem nahm die Dichte der grauen Substanz in der Gehirnregion umso stärker zu, je besser die Probanden die zweite Sprache beherrschten. Vermutlich sei der Zusammenhang zwischen der Dichte der grauen Hirnsubstanz und bestimmten Fähigkeiten auch für andere Bereiche nachweisbar, schreiben die Forscher. (APA)

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Nature

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    derstandard.at
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