Himmlisch: David & The Citizens live

22. Oktober 2004, 10:00
posten

Gitarrenlastiger Pop mit Hang und Drang zu harmonischem Erscheinungsbild im Chelsea

Man kann sagen, dass aus Skandinavien in den letzten Jahren mehr interessante Bands als Möbel kommen. Und das bedeutet quantitativ einiges! Auch qualitativ kann man sich nicht beklagen. Ob es Melancholiker wie die Kings Of Convenience sind, die Saubartln Turbonegro oder sympathische Independent-Bands wie Isolation Years.

Zu letztgenannter Gruppe zählen David & The Citizens aus Malmö um Sänger David Fridlund. Er bedient einen Entwurf, der zurzeit ohnehin recht angesagt ist und hier zu Lande meist als Schrammel-Pop beschrieben wird. Also gitarrenlastiger Pop mit Hang und Drang zu harmonischem Erscheinungsbild, wie ihn auch die Libertines spielen, deren gelebter Heroin-Schick eigentlich so gar nicht zu ihrer Musik passt. Die amerikanischen Altvorderen in diesem Fach, die Feelies, könnte man ebenfalls als Referenz für David & The Citizens anführen, deren Album Until The Sadness Is Gone vor hingabevollen Dreiminütern strotzt.

Songs, die Fridlund emphatisch gen Himmel singt, wo er dereinst wohl ebenso wohlwollend aufgenommen wird wie bei seinem Publikums im Diesseits. (flu, DER STANDARD, Printausgabe vom 12.10.2004)

Chelsea
8., Lerchenfelder Gürtel
Bögen 29-32
14. 10. 21.00

Link

thecitizens.nu

  • Artikelbild
Share if you care.