Nordirland: Die letzten britischen Briten

13. Oktober 2004, 21:08
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Nur die Nordiren huldigen noch dem Inselkick

Belfast - Es gibt europäische Nationalteams, die in der Weltrangliste schlechter als Österreich platziert sind. Etwa Nordirland, das hinter dem Libanon, aber vor Litauen den 110. Rang belegt. Ihre Position haben sich die Nordiren redlich verdient. Zum Beispiel zwischen Februar 2002 und Oktober 2003 mit 13 Länderspielen ohne Tor. Dann löste Lawrie Sanchez den Ex-Admira-Legionär Sammy McIlroy als Teamchef ab und Nordirland traf gleich in seinem ersten Match gegen Norwegen einmal. Der Jubel war verhalten, die Norweger hatten nämlich mit vier Treffern geantwortet. Seitdem haben sich die Erben des legendären Geogie Best nicht wirklich gemausert. In der WM-Qualifikation reichte es bisher zu Punkten in Wales (2:2) und in Aserbaidschan (0:0). Polen verließ mit einem 3:0 und allen Punkten den Belfaster Windsor Park.

Nordirland hat eigentlich nur Legionäre, allerdings nur einen, der nicht auf den britischen Inseln spielt. Der heißt James Quinn, ist bei Willem II in den Niederlanden engagiert und einer der letzten seiner Art, der des typischen britischen Mittelstürmers - eher ungeschlacht, technisch limitiert, aber sehr kopfballstark.

Zugeschnitten ist Nordirlands normales Unspiel auf Quinn nicht, aber es wird schon geradlinig nach vorne gekickt und auf ein Wunder gehofft. Die treten am öftesten bei David Healy ein. Der Mann von Preston North End war zuletzt gegen Aserbaidschan gesperrt, hat aber mit 14 Toren aus 34 Länderspielen eine fast sensationelle Quote. (red, DER STANDARD Printausgabe 13. Oktober 2004)

  • Mark Williams, einer der nordirischen Balltreter.

    Mark Williams, einer der nordirischen Balltreter.

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