"An einem Strick ziehen"

13. Oktober 2004, 16:35
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Heinz Fischer ehrt Gründer des Jewish Welcome Service Leon Zelman

Wien - Der Andrang war groß, die Gäste prominent, und Sessel gab es zu wenig, als Bundespräsident Heinz Fischer dem Gründer des Jewish Welcome Service (JWC), Leon Zelman, das "Großen Ehrenzeichens für die Verdienste um die Republik Österreich" überreichte.

Das JWC veranstaltet seit 1978 Wien-Besuche für aus Österreich vertriebene Juden. Seit 2000 wurden die Förderungen gekürzt, seitdem lädt Zelman seine Besucher nicht mehr ins Bundeskanzleramt. Auch bei seiner Ehrung war kein Regierungsvertreter geladen.

Fischer hielt seine Laudatio frei - in jeder Hinsicht. So sprach er auch jenes "Problem" an, dass er und Zelman zuletzt hatten: Es heißt Palais Epstein. Zelman will den Prunkbau am Ring als "Haus der Toleranz" nutzen, Fischer sah sich als Parlamentspräsident an jenen Vier-Parteien- Beschluss gebunden, der eine Umwidmung in ein Parlamentsbürogebäude vorsah. "Wir haben uns das Leben nicht immer leicht gemacht", meinte Fischer dazu und kündigte an, "dass wir jetzt gemeinsam an einem Strick ziehen können für das, was Leon wichtig ist". (tó/DER STANDARD, Printausgabe, 13.10.2004)

  • "Wir haben uns das Leben nicht immer leicht gemacht", meinte Bundespräsident Heinz Fischer zu Leon Zelman.
    foto: cremer

    "Wir haben uns das Leben nicht immer leicht gemacht", meinte Bundespräsident Heinz Fischer zu Leon Zelman.

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