Spitzenteams stehen bereits unter Druck

13. Oktober 2004, 20:28
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Niederlande, Portugal, Frankreich und Italien brauchen Siege - Vogts auf der Tribüne

Wien - Die Qualifikation für die Fußball-WM 2006 ist zwar in Europa noch nicht besonders weit gediehen, doch etliche Spitzenteams stehen nach unbefriedigenden Ergebnissen in den ersten Partien bereits unter Druck. Das gilt vor allem für die Niederländer (Gruppe 1), Portugal (3), Frankreich (4) und Italien (5) bzw. deren Trainer Marco van Basten, Luiz Felipe Scolari, Raymond Domenech und Marcello Lippi.

Niederlande gegen Spitzenreiter Finnland

Bondscoach van Basten, der nach 2:2 in Mazedonien ein "erbärmliches Spiel" seiner Truppe beklagt hatte, hat im Heimspiel gegen Spitzenreiter Finnland wieder Topscorer Ruud van Nistelrooy (seine Sperre wegen Schiedsrichterbeleidigung ist abgelaufen) zur Verfügung. Die Nordeuropäer stellen übrigens mit dem in Lecce engagierten Aleksei Eremenko den aktuellen Topscorer der WM-Qualifikation. Sieben Tore in elf Spielen hat der 21-jährige Angreifer schon erzielt, fünf davon in der aktuellen Kampagne. Um in Gruppe eins nicht vorzeitig den Anschluss an die Spitze zu verpassen, braucht auch Tschechien einen Erfolg bei Schlusslicht Armenien.

Direkte Duelle in Gruppe 2

In Gruppe 2 stehen einander jene vier Teams, die derzeit die Tabelle anführen, in direkten Duellen gegenüber. Spitzenreiter Türkei trifft in Kopenhagen auf den Tabellendritten Dänemark, die Ukraine (2.) auf Georgien (4.). Europameister Griechenland, der nach drei Partien erst zwei Punkte auf dem Konto hat, ist spielfrei.

Portugal muss sich rehabilitieren

Unter Druck steht auch EM-Gastgeber Portugal nach der 2:2-Blamage in Liechtenstein. Gegen Russland muss die Mannschaft von Luiz Felipe Scolari gewinnen, um den Anschluss an den spielfreien Überraschungs-Leader Slowakei zu halten.

Schicksalsspiel für Frankreich-Coach

Auch Frankreich befindet sich unter Zugzwang. Sollte die derzeit hinter der Schweiz und Irland und auf Rang drei liegende "Grande Nation" in Zypern ohne Sieg bleiben, dürfte die Ära des neuen Teamchefs Raymond Domenech vorzeitig zu Ende gehen. Auf dem Papier sind die Zyprioten (zuletzt daheim nur 2:2 gegen die Färöer) zwar nur ein besserer Sparringpartner, doch hat das neu formierte Tricolore-Team viele Wünsche offen gelassen. Zwei Tore in drei Partien entsprechen nicht den Ansprüchen eines Welt- und Europameisters. Kapitän Patrick Vieira kehrt nach verbüßter Sperre wieder ins Team zurück. Irland könnte mit einem Heimsieg über die Färöer die Schweiz als Leader ablösen.

Schwere Zeiten für Lippi

Schwere Zeiten sind nach dem 0:1 Italiens in Slowenien auch für Neo-Coach Lippi angebrochen. Gegen Weißrussland ist die im Umbau befindliche "Squadra Azzurra" in Parma zum Siegen verpflichtet, denn die Osteuropäer liegen nur zwei Zähler (mit einem Spiel weniger) zurück. Die Slowenen, in den bisherigen drei Spielen ohne Gegentor, gastieren bei den Norwegern, die mit ihrem ersten Sieg gegen Schottland (1:0) seit 41 Jahren Selbstvertrauen getankt haben. Weil Berti Vogts dabei den Referee zu heftig kritisiert hatte, wurde er für das Match in Chisinau gegen Moldawien von der FIFA auf die Tribüne verbannt.

Spanien in Litauen

In Gruppe sieben kommt es zum Spitzenspiel zwischen dem aktuellen Leader Litauen und den Spaniern, die ihr Montag-Training wegen der schlechten Platzverhältnisse (der bereit gestellte Platz war ein Schlammfeld) absagten. Serbien-Montenegro hält wie Litauen und Spanien bei vier Zählern und könnte mit einem klaren Heimsieg über Schlusslicht San Marino an die Spitze vorstoßen.

Schweden auf Island

Schweden hat in Gruppe acht die große Chance, mit einem Sieg auf Island die spielfreien Kroaten von der Spitze zu verdrängen. Bulgarien würde bei einem Heimsieg gegen Malta nach Punkten zu den Kroaten aufschließen.(APA/Reuters/SIZ)

  • Italien-Coach Lippi beschwört Manuele Blasi, Alberto Gilardino und Francesco Totti.

    Italien-Coach Lippi beschwört Manuele Blasi, Alberto Gilardino und Francesco Totti.

  • Das spanische Fußballteam verweigerte vor dem Spiel gegen Litauen das Training auf dem ihnen angebotenen Platz in Wilna, weil sich dieser in einem äußerst desolaten Zustand befand.

    Das spanische Fußballteam verweigerte vor dem Spiel gegen Litauen das Training auf dem ihnen angebotenen Platz in Wilna, weil sich dieser in einem äußerst desolaten Zustand befand.

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