Ehmann, Standfest und Haas fallen aus

13. Oktober 2004, 11:31
61 Postings

Hans Krankl sieht sich vor Spiel gegen Nordir­land mit Personal­sorgen konfrontiert - Vastic fit - Aufhauser, Ivanschitz fraglich

Wien - Anton Ehmann mit einer Schleimbeutelentzündung im rechten Ellbogen out. So lautete gestern die erste schlechte Nachricht aus dem Lager des österreichischen Fußballteams, sie kam nicht allein. Joachim Standfest mit einer Darmgrippe out, das war die zweite Nachricht, aber noch nicht das Ende. Mario Haas mit einer Zerrung im rechten Oberschenkel out, aller schlechten Nachrichten sind eben drei. Suchte man beim ÖFB-Pressetermin im Hotel an der Donau einen klitzekleinen positiven Aspekt, fand man ihn allein darin, dass Teamchef Hans Krankl der Verletzten wegen immerhin etwas zu berichten hatte.

Auch über Andreas Ivanschitz und Rene Aufhauser wird geredet, sie sind angeschlagen und ihre Einsätze am Mittwoch (20.45, ORF 1) in Belfast fraglich. "Sie spielen nur, wenn sie hundertprozentig fit sind", sagt Krankl. Immerhin wird Ivica Vastic, der am Samstag beim 1:3 gegen Polen auch vorzeitig ging, voll auf der Höhe sein. "Und wir haben Kollmann, und wir haben Mayrleb", sagt Krankl. "Werden die uns rausreißen."

Das Team ist vor zehn Tagen eingerückt, jeden Tag tritt Krankl vor die Journalisten, er weiß nicht mehr, was er ihnen erzählen soll, es ist schon alles gesagt. Also sitzt neben Krankl wieder einmal Didi Kühbauer, den nennt man gerne einen Schmähbruder, dem kommt manchmal ein "Sager" aus. Mittlerweile ist auch Kühbauer einigermaßen schmähstad, er spricht jedenfalls von einem "Pflichtsieg. Das Ziel kann nur ein Erfolg sein. Wir haben in Nordirland nie gut gespielt, das müssen wir ändern, das werden wir ändern. Wenn wir dort nicht voll punkten, ist die Qualifikation, glaub ich, erledigt für uns."

Teamchefsprache

Kühbauer wird entlassen, das Mittagessen wartet, Krankl relativiert die Worte des Spielers. "Was Kühbauer sagt, das ist Fußballersprache. Unsere Pflicht ist, dass wir nach Belfast fahren und spielen. Weil WM-Qualifikation ist. Ansonsten gibt es kein Müssen, wir wollen das Remis, und noch mehr wollen wir gewinnen. Wenn die Nordiren sehr gut spielen, müssen wir mit einem Remis zufrieden sein. Aber es ist niemals alles erledigt."

Krankl nennt Nordirland "eine der wenigen britischen Mannschaften, die noch den britischen Stil pflegen - Kick and Rush, hohe Bälle nach vorne." Darauf will der Teamchef und darauf soll die Mannschaft keine Rücksicht nehmen. Es gehe darum, was man aus den eigenen Fähigkeiten mache. Wie Kühbauer, bevor er zum Lunch abrauschte, schon gesagt hat: "Wir müssen den Ball flach halten und kombinieren. Wir haben uns weiterentwickelt, auch wenn wir gegen die Polen verloren haben. Und mit dem Ivo ist ein Fußballer dazugekommen."

Umstellungen lassen sich nicht vermeiden. Für Standfest muss ein rechter Verteidiger einspringen, so könnte Andreas Ibertsberger zu seinem Teamdebüt kommen, oder aber Markus Katzer kommt zu seinem dritten oder Ferdinand Feldhofer zu seinem vierten Ländermatch. Krankl will "in Ruhe überlegen und das Beste für Österreich tun", gestern sagte er das Nachmittagstraining ab und ordnete Regeneration an. Die Nordiren spielten am Samstag in Aserbaidschan 0:0, dem Vernehmen nach war es ein schreckliches Match ohne eine einzige Torchance.

"Aber die Nordiren", warnt Krankl, "werden in Belfast ganz andere Nordiren sein." Dennoch sei "positives Denken angesagt. Das war so, und das bleibt so, mehr kann ich sowieso nicht tun." (Fritz Neumann, DER STANDARD Printausgabe 12. Oktober 2004)

  • Mario Haas verletzte sich im Spiel gegen Polen.

    Mario Haas verletzte sich im Spiel gegen Polen.

Share if you care.