Hedgefonds werden Opfer ihres Erfolgs

22. Februar 2005, 20:13
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Rasches Wachstum dämpft die Renditen

New York - Für Jim Hedges sind Hedgefonds nicht nur Teil seines Namens, sondern auch Berufung. Seit mehr als zehn Jahren verkündet der junge Investmentexperte die Botschaft der alternative Investmentfonds, die dank Shortselling und innovativer Strategien in guten wie in schlechten Zeiten hohe Rendite abwerfen können - und dafür außerordentlich hohe Gebühren verlangen.

Doch Hedges, der Sal. Oppenheim bei der Auswahl unter den vielen tausend amerikanischen Hedgefonds hilft, und seinen Kollegen droht allmählich die Luft auszugehen. "Je mehr Geld in Hedgefonds fließt, desto schwieriger wird es, attraktive Renditen zu erwirtschaften", sagt Bernard Winograd, Chef von Prudential Investments, dem STANDARD.

"Zeit der Marktanomalitäten ist vorbei"

Die spektakulären Renditen seien in Zeiten starker Volatilität und Marktabweichungen erzielt worden, vor allem bei der Geburt und beim Platzen der Hightech-Blase. "Doch die Zeit der Marktanomalitäten ist vorbei." Die besten Chancen sieht Winograd in der Arbitrage von Treasuries, die daher bei Prudential stark wächst.

Steven Luttrell, Managing Director von Drake Management, einem auf festverzinsliche Produkte spezialisierten Investmentfonds, sieht ein weiteres Problem: Hedgefonds könnten nur funktionieren, wenn die Banken genügend Papiere zum Shortselling bereitstellten.

Doch wenn die Nachfrage weiter steige, dann drohe dort eine Knappheit. "Der Erfolg von Hedgefonds reduziert deren Fähigkeit, ihre Strategie auszuüben", sagt Luttrell, der daher den Zusammenschluss vieler kleinerer Fonds erwartet. (ef/DER STANDARD Printausgabe, 11.10.2004)

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