Eine Runde über den Wechsel

    9. Oktober 2004, 12:44
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    Niederösterreichische Urgesteinskuppe mit beeindruckender Fernsicht

    Der Hochwechsel ist die östlichste über die Baumgrenze ragende Erhebung der Alpen. Daher bietet der Berg eine umfassende Rundsicht, vor allem im Herbst, wenn die höheren Regionen über dem Nebel liegen, der die Täler verhüllt. In der Runde erspäht man unter anderen: Die Julischen Alpen mit dem Triglav, ein Stück der Steiner Alpen im Slowenischen, die östlichen Niederen Tauern, Koralpe, die Fischbacher Alpen, die Grazer Hausberge mit dem Schöckl und natürlich die steirisch-niederösterreichischen Kalkalpen von der Hohen Wand bis zum Hochschwab. Schneeberg, Rax und Schneealpe.

    Gutes Wetter ist Voraussetzung für diese Besteigung der Urgesteinskuppe, denn auf den freien Höhen entwickelt der Sturm seine volle Wirkung, bei Nebel kann es arge Orientierungsprobleme geben, obgleich die Wege gut markiert sind. Schwierigkeiten hat man nicht zu erwarten, denn es gibt weder arge Steigungen noch ausgesetzte Stellen. Allerdings sind die Entfernungen beträchtlich, und die Runde lässt sich nur schwer abkürzen. Um diese Jahreszeit ist nicht mehr mit bewirtschafteten Schwaigen zu rechnen, das Wetterkoglerhaus auf dem höchsten Punkt hat bis Ende Oktober offen.

    Die Route:

    Von Mariensee geht es ein Stück in das Pestingbachtal hinein, dann wendet sich die rote Markierung nach links, und man steigt über einen Rücken in 1½ Stunden zur Marienseer Schwaig auf. Über freies Gelände erreicht man in einer weiteren Dreiviertelstunde das Wetterkoglerhaus. Der Abstieg erfolgt über den langen, sanften Rücken, der sich vom Gipfel über den Niederwechsel zur Mönchkirchner Schwaig zieht. Nach der Steineren Stiege, einem kurzen steilen Stück, kommt man zum Hallerhaus und dann zur Mönichkirchner Schwaig. Ab Gipfel zwei Stunden. Nun folgt man der nach links abzweigenden roten Markierung und gelangt zurück nach Mariensee. Ab Mönichkirchner Schwaig eine Stunde. Kehrt man vom Wetterkoglerhaus auf der Anstiegsroute zurück, reduziert sich die Gesamtgehzeit um etwa eine Stunde.

    Gesamtgehzeit 5¼ Stunden, Höhendifferenz 900 m. Wetter- kogler Haus auf dem Gipfel, Hallerhaus und Gasthäuser auf der Mönichkirchner Schwaig. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 105 (Neunkirchen)
    (DER STANDARD, Printausgabe vom 9./10.10.2004)

    Von
    Bernd Orfer
    • Artikelbild
      grafik: der standard
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