Italien: Wissenschaftler-Protest legt Universitäten lahm

13. Dezember 2004, 16:19
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Gegen Kürzungen und Zentralisierung im Forschungsbereich - Massive Auswanderung von Experten befürchtet

Rom - Hunderte von italienischen Wissenschaftlern haben am Freitag in 28 Universitäten gegen ein Reformprojekt der Regierung Berlusconi gestreikt, das ihrer Ansicht nach der wissenschaftlichen Entwicklung Schranken setzen wird. Dem Projekt zufolge sollen die Geldmittel für den Nationalen Forschungsrat (CNR) stark gekürzt werden.

Das größte öffentliche Forschungszentrum Italiens soll nach einem Vorschlagvon Bildungsministerin Letizia Moratti tiefgreifend umstrukturiert werden. Vier Forschungsinstitute, die bisher unabhängig waren, werden unter die CNR-Obhut gestellt, was zur Streichung zahlreicher Arbeitsplätze führen wird.

Der Protest wird von prominentesten Wissenschaftlern und Ärzten in Italien unterstützt. "Wir werden immer weniger Geld für unsere Forschung haben", sagte ein Sprecher der streikenden Wissenschaftler. Er warnte vor der Gefahr einer massiven Auswanderung italienischer Forscher und Wissenschaftler ins Ausland, wo die Gehälter wesentlich höher seien. Die Wissenschaftler betonten, dass im Vergleich zu anderen EU-Partnern wie Deutschland und Frankreich Rom im Durchschnitt wesentlich weniger in die Forschung investiere. (APA)

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