Kühbauer: "Wollen Heim-Macht werden"

9. Oktober 2004, 20:42
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ÖFB-Spion Kovacic warnt vor Gegner Polen, Krankl-Co sah 3:0 gegen Meppen: "Starke Spieler, gutes Kollektiv, bei Standards gefährlich"

Wien - Österreichs Fußball-Teamchef Hans Krankl hat am Donnerstag von seinem Assistenten Slavko Kovacic die aktuellsten Informationen über den kommenden WM-Qualifikationsgegner eingeholt. Der 54-Jährige hatte am Mittwoch den 3:0-Sieg der Polen im Trainingslager in Herzlake gegen SV Meppen vor Ort beobachtet und warnte danach vor der Truppe von Teamchef Pawel Janas. "Eine Mannschaft mit starken Einzelspielern und einem guten Kollektiv, die bei Standard-Situationen gefährlich ist", diagnostizierte der gebürtige Kroate.

"Das war gestern eine Mischung"

Die Polen wechselten zur Pause beim Stand von 0:0 das komplette Team aus. Die Anfangsformation gegen den deutschen Klub wird aber laut Kovacic nicht mit jener Elf ident sein, die am Samstag (20:45 Uhr/live ORF 1) im Ernst-Happel-Stadion beginnt. "Ich glaube, das war gestern eine Mischung", vermutete Kovacic am Donnerstag.

Obwohl der ÖFB-Kontrahent gegen den deutschen Klub alles andere als zu überzeugen vermochte, stellt sich Krankls Co-Trainer auf einen harten Kampf ein. "Die Polen spielen mit einer stabilen Viererkette, einem elastischen Mittelfeld und zwei brandgefährlichen Spitzen. Sie können sich gut auf den Gegner einstellen, haben aber Probleme, das Spiel zu machen", so Kovacic, der eine wahre Odyssee hinter sich gebracht hatte, ehe er am Spielort nahe Herzlake ("Ein Lego-Dorf mit 25 Häusern") eintraf.

Schlüsselspieler außer Form

Schlüsselspieler Jacek Krzynowek von Bayer Leverkusen kam gegen Meppen nach Angaben des ÖFB-Assistenztrainers überhaupt nicht ins Spiel und soll an einer leichten Verletzung laborieren, sein Einsatz im Prater-Oval dürfte jedoch nicht gefährdet sein.

Kovacic hatte die Polen schon in den vergangenen Monaten genauer unter die Lupe genommen, so unter anderem auf einem Trainingslager in Spanien im Februar und im letzten Länderspiel der Griechen vor EM-Beginn am 29. Mai in Stettin, dass die Polen mit 1:0 für sich entschieden. "Damals hätten sie mit drei, vier Toren Unterschied gewinnen müssen. Nach diesem Match hätte ich nie gedacht, dass die Griechen Europameister werden."

Kühbauer: "Können gewinnen"

So wie sein Co-Trainer zeigt auch Didi Kühbauer Respekt vor dem Gegner. "Es wird eine schwierige Aufgabe, denn Polen ist für mich in einer Kategorie mit England. Aber wenn wir als Mannschaft auftreten, können wir gewinnen", erklärte der Mattersburg-Kapitän, der eine angriffslustige ÖFB-Elf ankündigt. "Wir müssen das Spiel offensiv anlegen. Konter sind zwar immer gefährlich, aber wir spielen daheim, da wollen wir eine kleine Macht werden", setzt der 33-Jährige, der am 19. Mai 1992 unter Teamchef Ernst Happel in einem Freundschaftsspiel in Salzburg gegen Polen (2:4) sein Team-Debüt gefeiert hat, auf den "zwölften Mann".

Auch für Mario Haas könnte das ausverkaufte Happel-Stadion zum entscheidenden Faktor werden. "Vor so einer Kulisse zu spielen ist immer etwas Besonderes, das ist das Beste, das es gibt", meinte Haas, der zuletzt mit drei Treffern in zwei Spielen (zwei im Cup gegen Parndorf, einer in Mattersburg) wieder Selbstvertrauen getankt hat.

Mit Kollmann und Haas?

Der Sturm-Angreifer dürfte an vorderster Front gemeinsam mit Roland Kollmann beginnen, auch in den anderen Mannschaftsteilen wird es voraussichtlich im Vergleich zum Aserbaidschan-Spiel zu keinen Änderungen kommen. (APA)

  • Kühbauer am Chillen.

    Kühbauer am Chillen.

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