In seinem Imre-Kertész-Wörterbuch "Schicksallosigkeit" umreißt der Budapester Germanist die Bedingungen großer Literatur - Am Freitag zu Gast in Wien
Jurysprecher Olsson: "Ihr Werk ist ein Kampf, der weitergeht und weitergehen muss, eine Form des unwiderruflichen Gegen-Exils"
Stiftung betont, dass Vergabe bereits vor dem Nobelpreis feststand
Den Nobelpreis für Literatur erhält mit Herta Müller eine Autorin, deren Werk der Geschichte des ehemaligen Ostblocks eingeschrieben ist
Kritik von der "Times" und "Le Figaro" - Lob aus Schweden: "Wenn man einmal von ihr gefangen ist, sitzt man fest"
Staatsoperndirektor Ioan Holender über die Resonanz in Herta Müllers Herkunftsort - Ernst Jandl-Dozentur an der Wiener Universität
Die Deutsch-Rumänin Herta Müller erhält den Literaturnobelpreis
Deutsch-rumänische Autorin war als Favoritin gehandelt worden
Juryvorsitzender Englund zur Begründung der Verleihung - Herta Müllers erste Pressekonferenz nach vorausgegangener Skepsis
Das Literaturkomitee und das Gremium der Schwedischen Akademie
Vergabe des Literaturnobelpreis folgt Regeln aus dem Jahr 1786
Jean-Marie Gustave Le Clézio erhält den Nobelpreis für Literatur
Der Nobelpreisträger will in Stockholm Probleme junger Autoren thematisieren: "Man läuft gegen Wände an"
Der Franzose Jean-Marie Gustave Le Clézio, Erforscher von Existenzformen jenseits der Zivilisation in Romanen wie "Das Protokoll" oder "Der Afrikaner" , erhält den Nobelpreis für Literatur 2008
Die britische Autorin erhält den Nobelpreis für Literatur 2007
Den Nobelpreis für Literatur 2007 erhielt (als elfte Frau) eine facettenreiche Erzählerin
Kopf des Tages: Der Romancier Orhan Pamuk erhält den Nobelpreis für Literatur 2006
Mit Orhan Pamuk endlich wieder ein Literaturnobelpreis, der Akzente setzt - Ein Kommentar der anderen von Stephan Weidner
Am Donnerstag verkündete die schwedische Akademie: Der Nobelpreis für Literatur geht an den türkischen Autor Orhan Pamuk. Eine Entscheidung von unmittelbar politischer Tragweite.
Invasion im Irak sei ein "Akt von unverhohlenem Staatsterrorismus", 100.000 Tote für Bush und Blair eine "bedeutungslose Lappalie"
Der 75-jährige britischen Dramatiker ist Kopf des Tages vom 13.10.2005
Der 75-jährige britische Dramatiker Harold Pinter erhält den Nobelpreis für Literatur
Literarische Würdigung von Elfriede Jelineks Sprachkunst und ihrem Werk
Elfriede Jelinek erfuhr vom Nobelpreis in ihrer Penzinger Wohnung - ein erstes Kurz-Interview
Trotz Rückzugsgedanken gewährte Elfriede Jelinek ein Interview und erzählte etwa über eine heimische Gesellschaft von Untoten
Mit dem Romancier J.M. Coetzee wird eine "andere", eine diffizile Art politischen Denkens mit dem Nobelpreis ausgezeichnet
Alfred Nobel, Erfinder und Industrieller, Produzent von Sprengstoffen, bleibt kinderlos und steckt viel Geld in eine Stiftung. Geld, das in einem kapitalistischen System, noch dazu der Sprengstoffindustrie verdient wurde.
Es ist so viel Geld, dass daraus bis heute Zinsen aus dem System des Kapitalismus fließen. Regelmäßig werden daraus besondere Leistungen anerkannt und belohnt.
Das verstehe ich, das ist auch gut so.
Was ich allerdings nicht verstehe: Wie kann Elfriede Jelinek, langjähriges Mitglied der KPÖ, massive Kritikerin des kapitalistischen Systems, solch einen Ertrag, aus solch einem System, mit ruhigem Gewissen überhaupt annehmen? Wäre sie konsequent, sie wiese ihn zurück.
Jetzt ist es leider schon passiert. Wenn man länger zugewartet hätte, hätte man vielleicht der Jelinek die Gelegenheit gegeben, sich zu verbessern, ihre oft stolpernden Sätze, besessenen Wortwiederholungen, ihre manischen, aber erstaunlich hilflosen Beschreibungen und Darstellungen, die sich an einigen fixen Gedanken, Meinungen und Feindbildern festmachen, auf ein einem Literaturnobelpreis würdiges Niveau zu bringen. Denn einem Vergleich mit Thomas Bernhards "Amras", Samuel Becketts "Molloy" oder gar James Joyce Ulysses hält sie ja nicht im Mindesten stand.
Naja, sicher ist es schade wenn eine Österreicherin einen Nobelpreis erhält und seitdem (jetzt schon ein Monat) niemand von ihr Kenntnis nimmt (nehmen darf).
Aber es war ja ihr Wunsch, also braucht sie sich jetzt auch nicht zu wundern dass man seitdem nichts mehr von ihr gehört und gelesen hat.
Insofern lag sie daneben als ihr wichtigstes Anliegen gleich bei Verleihung des Preises die Verhinderung der Vereinnahmung durch die nicht-kommunistischen Österreicher war.
Niemand hat sie vereinnahmt. Niemand ihrer bösen "Feinde" hat sie vereinnahmt.
..und...läuft euch im burschenschafterlokal das grosse grausn über den rücken...??
armer grosser mann...sie werden noch oft unfreiwillig in den spiegel schauen und immer wieder aufs neue einen kleingeist darin sehen!
Nach dem Aufkommen Stalins wurde das schon schwieriger, aber man konnte sich damit entschuldigen, daß eben dieser Mann das "linke" (??) Spiegelbild der sonst weit verbreiteten faschistischen Regimes sei.
Daß aber dann sogar 1968, als überall sonst alte Hierarchien aufbrachen, ein Versuch, echte Demokratie innerhalb des kommunistischen Systems einzuführen, nicht von sich aus mißlang, sondern brutal unter Beteiligung der meisten Länder im Machtbereich der UdSSR niedergewalzt werden "mußte", hat bekanntlich zur Abkehr einer großen Zahl einstmals als "Paradelinker" bekannter Intellektueller geführt.
Danach zu den Kommunisten zu gehen, zeugt entweder von Dummheit oder von fundamentalem Widerborst; ersteres unterstelle ich Frau Jelinek nicht.
...wenn sie sich (lassen wir offen ob isolierbar) auf die spezifisch österreichische form der kommunismusphopie beschränken, dann bin ich der ansicht, dass im land selbst den kommunisten wohl nicht viel vorzuwerfen ist.
es gibt leute, die glauben an die reine lehre (nicht nur kommunisten).
nehmen sie italien...da sitzen in jedem dorf angesehene ehrenwerte leute auf dem dorfplatz, die unita in der hand.......und leben seit jahrzehnten eine form des kommunismus, welche diese phobie schlicht nicht verdient.
es geht um die bewertung von jelineks werk...und ob hier der hinweis "kommunistin" hilfreich ist..oder doch eher ein ausdruck von wieder spezifisch österreichischer sprachlosigkeit bestimmter "wir haben von nichts gewusst" fragmente???
...finden sich auf http://ourworld.compuservice.com/homepages/elfriede/
für alle jene empfehlenswert, welche glauben das werk der grandiosen und mutigen frau beurteilen zu müssen, ohne auch nur eine zeile von ihr gelesen zu haben.
das von Ihnen angegebenen Link ist genau so "aussagekräftig" wie das ganze sonstige Getue um diesen Nobelpreis. "Die Seite kann nicht angezeigt werden".
Ich sag ehrlich, dass ich noch nicht viel von der Jelinek gelesen habe. Aber das ganze Gejammer um die Verbitterung und den Hass, den sie gegen Österreich empfindet, ist zum Kotzen. So kann man nichts verändern. Finde daran nichts mutig oder grandios. Destruktive Jammerei als reiner Selbstzweck - aber angeblich in so wunderbarer Sprachmelodie...., was mir für heute leider verwehrt ist (siehe oben).
hat doch funktioniert. Brrrr - naja ... bin also endgültig zum Banausen gestempelt. Damit kann ich jedenfalls nix anfangen. Macht alles einen irgendwie "lallenden" Eindruck, was die Juroren wohl als Sprachmelodie empfinden. Meist ahnt man, was sie sagen will...
(Bin schon auf den ersten Kunstkenner gespannt, der hier zurückpostet - oh ich niedriger Banause)
zwischen ihrem posting, wo sie noch keine texte kannten und dem, wo sie das erste mal was gelesen hatten, liegt eine stunde. die beurteilung von jemandem, der schon ein vorurteil hatte und sich so kurz mit dem werk (mit bruchstücken eines bruchstücks) beschäftigt, nehm ich nicht ernst. ich verlange ja keine werkanalyse. aber mindestens ein paar stunden zeit nehmen, um in einen text reinschwimmen zu können - das ist nötig, um in irgendeiner weise berührt zu werden. verwechseln sie prosa bitte nicht mit trivial-heftln. jemand geübter kann sich auch in kunstsprache schnell zurechtfinden. aber nach ihrer ersten aussage verwechseln sie literatur mit heimatverehrung.
es tut schon fast weh, was manche unter kunst verstehen. es geht um kunst machen und nicht um heimatverehrung oder heimatkritik. manche sind wohl der meinung, daß begabung ein österreich-phänomen ist! sind sie auch noch der meinung, e.j. sei nicht in österreich geboren, sondern das land war mit ihr schwanger... :-))))
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