Elfriede Jelinek, Nobelpreisträgerin 2004

von Redaktion  |  09. Dezember 2004, 17:08

Die Agenturmeldung zur Bekanntgabe der Schwedischen Akademie - Bisherige Resonanz: Über 800 Postings

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Peter Lahnsteiner 
13.12.2004 08:35
Inkonsequente Jelinek

Alfred Nobel, Erfinder und Industrieller, Produzent von Sprengstoffen, bleibt kinderlos und steckt viel Geld in eine Stiftung. Geld, das in einem kapitalistischen System, noch dazu der Sprengstoffindustrie verdient wurde.
Es ist so viel Geld, dass daraus bis heute Zinsen aus dem System des Kapitalismus fließen. Regelmäßig werden daraus besondere Leistungen anerkannt und belohnt.
Das verstehe ich, das ist auch gut so.
Was ich allerdings nicht verstehe: Wie kann Elfriede Jelinek, langjähriges Mitglied der KPÖ, massive Kritikerin des kapitalistischen Systems, solch einen Ertrag, aus solch einem System, mit ruhigem Gewissen überhaupt annehmen? Wäre sie konsequent, sie wiese ihn zurück.

prof. mantak 
13.12.2004 15:04
LINKS heißt doch nicht BLÖD!!!

Alfred Nobel wollte ja auch etwas GUT machen mit der Stiftung seiner Preise - ist schon GUT so.

Roland Scheiwein
09.12.2004 12:48
Nobelpreis zu schnell vergeben

Jetzt ist es leider schon passiert. Wenn man länger zugewartet hätte, hätte man vielleicht der Jelinek die Gelegenheit gegeben, sich zu verbessern, ihre oft stolpernden Sätze, besessenen Wortwiederholungen, ihre manischen, aber erstaunlich hilflosen Beschreibungen und Darstellungen, die sich an einigen fixen Gedanken, Meinungen und Feindbildern festmachen, auf ein einem Literaturnobelpreis würdiges Niveau zu bringen. Denn einem Vergleich mit Thomas Bernhards "Amras", Samuel Becketts "Molloy" oder gar James Joyce Ulysses hält sie ja nicht im Mindesten stand.

Der große Mann
14.10.2004 15:51

Interessant, jetzt ist der Nobelpreis ungefähr eine Woche her und - wie von Frau Jelinek gewünscht - kümmert sich niemand in Österreich um die Kommunistin. Geschweige denn dass sie wer vereinnahmen will!
Paßt also alles!

ch maier
09.12.2004 19:19
... kümmert sich niemand um die kommunistin?

aber, nicht doch... bringt ja unsere hervorragende Bildungsinstitution, der ORF, mehrere Sendungen und Portraits...allerdings etwas verschämt, jeweils nach 23 Uhr! Nachtarbeiter seid wachsam!
Piiisiii!!!!

pipi pipifax
06.11.2004 19:08

tut's noch immer weh?

Der große Mann
06.11.2004 20:03

Naja, sicher ist es schade wenn eine Österreicherin einen Nobelpreis erhält und seitdem (jetzt schon ein Monat) niemand von ihr Kenntnis nimmt (nehmen darf).
Aber es war ja ihr Wunsch, also braucht sie sich jetzt auch nicht zu wundern dass man seitdem nichts mehr von ihr gehört und gelesen hat.
Insofern lag sie daneben als ihr wichtigstes Anliegen gleich bei Verleihung des Preises die Verhinderung der Vereinnahmung durch die nicht-kommunistischen Österreicher war.
Niemand hat sie vereinnahmt. Niemand ihrer bösen "Feinde" hat sie vereinnahmt.

pipi pipifax
08.11.2004 15:10

offensichtlich tut' also noch immer weh. mein beileid.

prof. mantak 
07.11.2004 01:04
So ein Schwachsinn!

Ihre Werke verkaufen sich ausgezeichnet und Frau Jelinek wird mehr denn je gelesen - ob es Ihnen nun paßt oder nicht.

k 2r
16.10.2004 19:30

ja, jetzt ist wieder rechter alltag. der gescheiterte austropopper und kunst-aussteiger morak darf jetzt wieder die preise an politisch genehmere verleihen.

manfred maier 
14.10.2004 20:42
halten sie kommunistin eigentlich für ein schimpfwort....???

..und...läuft euch im burschenschafterlokal das grosse grausn über den rücken...??
armer grosser mann...sie werden noch oft unfreiwillig in den spiegel schauen und immer wieder aufs neue einen kleingeist darin sehen!

Helmut Huber
15.10.2004 09:20
In den 20er-Jahren Kommunist zu sein war sicher eine intellektuell und ethisch redliche Möglichkeit.

Nach dem Aufkommen Stalins wurde das schon schwieriger, aber man konnte sich damit entschuldigen, daß eben dieser Mann das "linke" (??) Spiegelbild der sonst weit verbreiteten faschistischen Regimes sei.
Daß aber dann sogar 1968, als überall sonst alte Hierarchien aufbrachen, ein Versuch, echte Demokratie innerhalb des kommunistischen Systems einzuführen, nicht von sich aus mißlang, sondern brutal unter Beteiligung der meisten Länder im Machtbereich der UdSSR niedergewalzt werden "mußte", hat bekanntlich zur Abkehr einer großen Zahl einstmals als "Paradelinker" bekannter Intellektueller geführt.
Danach zu den Kommunisten zu gehen, zeugt entweder von Dummheit oder von fundamentalem Widerborst; ersteres unterstelle ich Frau Jelinek nicht.

byron sully
16.10.2004 14:40
jelinek

hat sich meines wissens vom stalinismus klar distanziert...

manfred maier 
15.10.2004 09:58
lokale auswirkungen.......

...wenn sie sich (lassen wir offen ob isolierbar) auf die spezifisch österreichische form der kommunismusphopie beschränken, dann bin ich der ansicht, dass im land selbst den kommunisten wohl nicht viel vorzuwerfen ist.
es gibt leute, die glauben an die reine lehre (nicht nur kommunisten).
nehmen sie italien...da sitzen in jedem dorf angesehene ehrenwerte leute auf dem dorfplatz, die unita in der hand.......und leben seit jahrzehnten eine form des kommunismus, welche diese phobie schlicht nicht verdient.
es geht um die bewertung von jelineks werk...und ob hier der hinweis "kommunistin" hilfreich ist..oder doch eher ein ausdruck von wieder spezifisch österreichischer sprachlosigkeit bestimmter "wir haben von nichts gewusst" fragmente???

manfred maier 
10.10.2004 13:26
leseproben von den werken elfriede jelineks...

...finden sich auf http://ourworld.compuservice.com/homepages/elfriede/
für alle jene empfehlenswert, welche glauben das werk der grandiosen und mutigen frau beurteilen zu müssen, ohne auch nur eine zeile von ihr gelesen zu haben.

Eva W. 
12.10.2004 19:34
??Die Seite kann nicht angezeigt werden

das von Ihnen angegebenen Link ist genau so "aussagekräftig" wie das ganze sonstige Getue um diesen Nobelpreis. "Die Seite kann nicht angezeigt werden".
Ich sag ehrlich, dass ich noch nicht viel von der Jelinek gelesen habe. Aber das ganze Gejammer um die Verbitterung und den Hass, den sie gegen Österreich empfindet, ist zum Kotzen. So kann man nichts verändern. Finde daran nichts mutig oder grandios. Destruktive Jammerei als reiner Selbstzweck - aber angeblich in so wunderbarer Sprachmelodie...., was mir für heute leider verwehrt ist (siehe oben).

Eva W.  
12.10.2004 20:33
Leseproben erledigt

hat doch funktioniert. Brrrr - naja ... bin also endgültig zum Banausen gestempelt. Damit kann ich jedenfalls nix anfangen. Macht alles einen irgendwie "lallenden" Eindruck, was die Juroren wohl als Sprachmelodie empfinden. Meist ahnt man, was sie sagen will...
(Bin schon auf den ersten Kunstkenner gespannt, der hier zurückpostet - oh ich niedriger Banause)

wurscht salat
13.10.2004 19:29

zwischen ihrem posting, wo sie noch keine texte kannten und dem, wo sie das erste mal was gelesen hatten, liegt eine stunde. die beurteilung von jemandem, der schon ein vorurteil hatte und sich so kurz mit dem werk (mit bruchstücken eines bruchstücks) beschäftigt, nehm ich nicht ernst. ich verlange ja keine werkanalyse. aber mindestens ein paar stunden zeit nehmen, um in einen text reinschwimmen zu können - das ist nötig, um in irgendeiner weise berührt zu werden. verwechseln sie prosa bitte nicht mit trivial-heftln. jemand geübter kann sich auch in kunstsprache schnell zurechtfinden. aber nach ihrer ersten aussage verwechseln sie literatur mit heimatverehrung.

manfred maier 
13.10.2004 15:14
sie sind nicht verpflichtet an e. jelineks werk....

...gefallen zu finden.
ich finde es schn gut, dass sie nun wenigstens ansatzweise wissen, WAS ihnen nicht gefällt!
mfg

gert poelzl1 
09.10.2004 19:57
@standard

kann man irgendwo die e-mail adresse von Elfriede Jelinek erfahren ?

guzo
10.10.2004 11:39
jelinek@literaturhaus.at

an diese adresse können glückwünsche etc. gesendet werden.

Elisabeth Förg 
09.10.2004 15:20
wunderbar

statt "elisabeth" und "barbarella" bitte ein jahr lang "sportstück" und "bambiland" auf den spielplan setzen!

Thomas Fernbach
09.10.2004 10:50
noch etwas fällt mir ein

natürlich gebührt österreich dieser preis. den ohne dieses land wäre diese jellinek nicht denkbar; ist sie doch fast eine art pawlowscher reflex auf dessen negative aspekte.

wurscht salat
13.10.2004 19:36

es tut schon fast weh, was manche unter kunst verstehen. es geht um kunst machen und nicht um heimatverehrung oder heimatkritik. manche sind wohl der meinung, daß begabung ein österreich-phänomen ist! sind sie auch noch der meinung, e.j. sei nicht in österreich geboren, sondern das land war mit ihr schwanger... :-))))

K R
09.10.2004 14:09
"österreich gebührt dieser preis" ???

welchen preis hat ÖSTERREICH denn bekommen?

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