Häupl steuert weiter gegen SPÖ-Kurs

19. Oktober 2004, 16:12
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Wiens Bürgermeister kann sich auch Voll­beitritt der Türkei vor­stellen - Kritik an SP-Vorgangsweise, Gusen­bauer nicht schuld

Wien - Die SP-interne Diskussion um den EU-Beitritt der Türkei geht weiter. Nachdem SP-Chef Alfred Gusenbauer einen Vollbeitritt der Türkei am Mittwoch abgelehnt hatte, kann sich Wiens Bürgermeister Michael Häupl einen solchen sehr wohl vorstellen. Die SPÖ sei selbstverständlich für Gespräche, auch wenn man deren Ergebnis offen lasse. Am Ende könne dann sowohl das von Gusenbauer präferierte EWR-Modell stehen als auch ein Vollbeitritt, betonte Häupl am Donnerstag vor Journalisten.

Kein Widerspruch

Einen Widerspruch zur Linie Gusenbauers, der sich am Mittwoch gegen Beitrittsverhandlungen mit der Türkei und für Gespräche über ein EWR-Modell ausgesprochen hatte, sieht Häupl damit nicht. "Gusenbauer ist selbstverständlich der Auffassung, dass man reden soll, dass man verhandeln soll - mit offenem Ende", betont der stellvertretende SP-Vorsitzende. Im Übrigen sei das eine "müßige Diskussion", weil die Entscheidung der EU-Kommission bereits gefallen sei.

"Gewisse Signale"

Mit der Vorgangsweise der SPÖ in dieser Frage ist Häupl unzufrieden, auch wenn er Gusenbauer explizit aus der Kritik ausnimmt: Häupl hätte sich nämlich gewünscht, "wenn man gewisse Signale, für die nicht der Bundesparteivorsitzende verantwortlich ist, unterlassen hätte". Gemeint ist das Signal, "dass man die Türkei als Ganzes nicht will". (APA)

  • Türkei-Beitritt: Häupl kritisiert weiter die SPÖ-Parteilinie, verteidigt jedoch Gusenbauer
    foto: standard/cremer

    Türkei-Beitritt: Häupl kritisiert weiter die SPÖ-Parteilinie, verteidigt jedoch Gusenbauer

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