Ethische Aspekte der Arbeit

14. Oktober 2004, 12:59
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"Mariazeller Gespräche" widmen sich unter dem Titel "Wenig Arbeit - viel zu tun" den Aspekten der Arbeit und dem Begriff "Arbeit"

Graz - Ethische Aspekte der Arbeit stehen vom 22. bis 24. Oktober bei den dritten "Mariazeller Gesprächen" der steirischen Forschungsgesellschaft Joanneum Research auf dem Prüfstand. Als Referenten wurden Philosophen, Politik- und Sozialwissenschafter bis zum Unternehmer, Vertretern der Industriellenvereinigung und des Gewerkschaftsbundes eingeladen. Eröffnet wird die Tagung mit Referaten von Bernd Guggenberger, dem Direktor des Deutschen Instituts für Angewandte Sozialphilosophie, sowie dem Grazer Arbeitsrechtler Franz Marhold und dem steirischen Diözesanbischof Egon Kapellari.

Jahrhundertelang haben die Menschen davon geträumt, einmal weniger arbeiten zu müssen. Dieser Traum scheint sich nun weniger zu erfüllen als der Albtraum vieler, arbeitslos zu werden und in ein ökonomisches und soziales Loch zu fallen: Die Veranstalter haben daher die diesjährige Tagung der "Mariazeller Akademie" unter den Titel "Wenig Arbeit - viel zu tun" gestellt.

Arbeit ...

"Arbeit ist mehr, Arbeit ist aber nicht alles", meinen die beiden wissenschaftlichen Tagungs-Leiter, Joanneum Research-Geschäftsführer Bernhard Pelzl und der Grazer Theologe Leopold Neuhold. Demnach müsse Arbeit "in das Ganze eines geglückten Lebens" zurückgeführt werden. "Der Ausklammerung der Möglichkeit der Selbstentfaltung in der Arbeit wird die Möglichkeit einer Realisierung von verschiedenen Entfaltungsmöglichkeiten mit der Arbeit gegenübergestellt", schildert Leopold Neuhold die Ausrichtung der Veranstaltung.

"Es gilt, den Arbeitsbegriff kritisch zu betrachten, der auf der einen Seite von einer Ausweitung - man spricht von Freizeitarbeit, von der Beziehungsarbeit oder Sexualarbeit - auf der anderen Seite aber von einer Einschränkung auf abhängige Erwerbsarbeit gekennzeichnet ist", so Bernhard Pelzl.

Referate

Referate werden neben den Grundsatzreferenten des Eröffnungsabends in den folgenden Tagen u.a. von Gerhard Winkler (Bildungsreferent im ÖGB Steiermark und Berater von Mobbing-Opfern), dem Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Steiermark, Thomas Krautzer, sowie dem Grazer Unternehmer Ulrich Santner gehalten. Die Tagung steht allen Interessierten kostenlos offen. (APA)

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Mariazeller Gespräche
(Teilnahme kostenlos)
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    foto: photodisc
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