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Franz Medwenitsch, Geschäftsführer des Verbandes der österreichischen Musikindustrie, verkündet die „Aktion scharf“ gegen Raubkopierer.
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Verfahren gegen 100 Raukopierer
In Österreich erfolgen nun rechtliche Schritte gegen die illegale Verbreitung von Musik im Internet. In einem ersten Schritt werden zivilrechtliche und in besonders schwerwiegenden Fällen auch strafrechtliche Verfahren gegen mehr als 100 Raukopierer eingeleitet, die eine große Anzahl von Musikfiles im Internet verbreitet haben.
Notwendige Klagen
„Die Klagen sind kein Selbstzweck, wir haben keine große Freude damit, aber sie sind notwendig. Der Rechtsbruch wird ab heute bekämpft werden", gab sich Medwenitsch siegessicher.
"Aktion Scharf"
"Aktion Scharf" folgt auf eine mehrmonatige Informations- und Aufklärungskampagne, in der auf die Bedeutung und den Schutz des „geistigen“ Eigentums hingewiesen und vor den möglichen Rechtsfolgen einer Urheberrechtsverletzung - Strafen und Schadenersatz – gewarnt wurde. In rund 90.000 so genannten „Instant Messages“ wurden Raubkopierer direkt angesprochen und informiert.
Kein Angriff auf „Kids“
"Mit Information und Aufklärung konnten wir zwar das Unrechtsbewusstsein verstärken - 7 von 10 wissen, dass Filesharing illegal ist - trotzdem denken viele offenbar erst dann über die Risken einer Gesetzesverletzung nach, wenn die ersten Klagen eingebracht werden. Die jetzige 'Aktion scharf' richtet sich nicht vorrangig gegen 'Kids' und auch nicht gegen gelegentliche Downloader einzelner Musikstücke. Die Haupttäter sind erwachsene, berufstätige Menschen, die sich Musik leicht leisten können und die ungesetzlich handeln weil sie hoffen, nicht erwischt zu werden. Wir können nicht mehr tatenlos zusehen, wie 'geistiges' Eigentum einfach ignoriert und geltendes Recht verletzt wird und schwerwiegende Verluste entstehen", betont Medwenitsch.
Franz Medwenitsch (Geschäftsführer IFPI Österreich), Fritz Scheuch (Wirtschaftsunivertsität Wien), Christop Schick (OD2 - On Demand Distribution)
Schadenersatzansprüche 3.000 und 10.000 Euro
Zivilrechtlich drohen Raubkopierern neben den Ansprüchen auf Löschung aller illegalen Musikfiles und Unterlassung weiterer Rechtsverletzungen vor allem Schadenersatzansprüche in der Größenordnung zwischen 3.000 und 10.000 Euro. In besonders schwerwiegenden Fällen können auch gerichtliche Strafverfahren eingeleitet werden. Grundsätzlich werden aber zunächst außergerichtliche Einigungen angeboten.
"Wir werden mit Sicherheit niemanden rechtlich belangen, der zehn oder auch 100 Files heruntergeladen bzw. upgeloadet hat", so Medwenitsch. Es gehe derzeit um "größere Fälle", bei denen der Download bzw. Upload "schwindelerregende Höhen" erreiche.
250 Millionen Musikfiles
250 Millionen Musikfiles sind in Österreich, laut einer Karmasin-Studie vom November 2003, in den letzten Jahren von peer-to-peer Netzwerken illegal auf PCs und Notebooks heruntergeladen worden.
Nicht nur KaZaA
Untersuchungen zeigen, dass die realistische Gefahr erwischt und geklagt zu werden zu einer Eindämmung der illegalen Verbreitung von Musikfiles im Internet führt. Die bislang größte peer-to-peer Plattform KaZaA verzeichnet seit Jänner 2004 einen User-Rückgang von 20 Prozent. Da ein weiteres Ausweichen auf andere peer-to-peer Netzwerke zu erwarten ist, wird die "Aktion scharf" der österreichischen Musikwirtschaft von vornherein nicht auf bestimmte Netzwerke beschränkt, sondern umfasst neben KaZaA u.a. auch iMesh, eDonkey, eMule, BearShare, Gnutella und BitTorrent.
IP-Adresse
Die Raubkopierer werden dabei über ihre IP-Adresse entdeckt (Siehe Grafik). Diese IP-Adresse wird zu Beweiszwecken gesichert, über die Internetprovider kann dann die "echte" Identität des Users festgestellt werden. Selbst Provider, die in ihren Werbungen aggressiv mit hoher Bandbreite und damit idealen Downloadvoraussetzung werben – so etwa UTA – zeigen sich in der Zusammenarbeit "äußerst kooperativ", so Medwenitsch.
IP-Adresse zu verschleiern
Grundsätzlich ist es technisch möglich, die eigene IP-Adresse zu verschleiern. Er sei sich darüber bewusst, dass es immer "Spezialisten geben wird, die man schwer oder gar nicht erwischen kann", betont der IFPI Geschäftsführer. Das sei aber sehr aufwendig, viele Menschen würde daher legale Downloadservice vorziehen.(kk)
Nachlese
Legaler Musikdownload in Österreich
Grafik: Wie "Raubkopierer" erwischt werden
Das Recht und seine Durchsetzung
Downloads: Schneller, größer, besser Aus dem BitTorrent- Netzwerk kann mit unterschiedlichen Clients "gesaugt" werden
Geben und nehmen - eMule, Kazaa und Co: Tauschbörsen im Überblick – eine Ansichtssache
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Die Reaktionen auf den einstweiligen Verzicht auf die Festplattenabgabe könnten unterschiedlicher nicht sein
HBOs Serie erfreut sich online großer Nachfrage, ein passendes legales Angebot fehlt jedoch.
Dateien nicht-zahlender Nutzer über 5 GB werden ab April gelöscht
Online-Piraterie hat weniger Auswirkungen auf Absätze als von der Musikindustrie vermutet wird
Ich wünschte, die Filmindustrie wäre auch so gnädig wie die Musikindustrie, weil die Filmind. geht gleich gegen jeden noch so kleinen Fisch vor und zwar gleich Strafrechtlich. Naja, die nächsten Jahre kann ich mir wohl keine DVDs mehr leisten, ob das im Sinne der "Künstler" ist?
, die ja vormacht wie fair man Geschäfte machen muss..naemlich mit ihren Kuenstlern, hat natuerlich volkommen recht, jetzt mal kraeftig zu verklagen.
Ausserdem sollte man nicht das Heer der in unseren Breiten ausgebildeten und immer mehr darbenden Rechtsanwälte vergessen :)
Psot zum wohl
"Das ganze würde wohl funktionieren, wenn alle so denken und handeln würden. Das ist jedoch nicht so."
Das stimmt aber so auch nicht. Denn ich kaufe schon seit 7 Jahren keine Audio CDs mehr.
Audio Files lade ich seit 4 Jahren runter.
Und auch viele von ALTERNATIVEN Künstlern. "Internet Radio Stations" a la shoutcast.
Keine Spears Clone mehr.
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