Kahlenberg: "Dann lasse ich es so stehen"

12. Oktober 2004, 10:23
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Besitzer kontra Denkmalschutz - In der Debatte um Erhalt oder Abriss des Restaurants hat der Eigentümer klare Worte gefunden

Wien - In der Debatte um Erhalt oder Abriss des Restaurants auf dem Wiener Kahlenberg hat der Eigentümer Leopold Wieninger klare Worte gefunden. Sollte das Bundesdenkmalamt (BDA) die Bauteile aus dem Jahr 1934 unter Schutz stellen, sei das gesamte Projekt gestorben: "Dann lasse ich es stehen, so, wie es ist", drohte Wieninger. Die Ruine des Hotels aus den 60er-Jahren Jahren bliebe also, wie sie ist. Eine Studie des BDA hatte vor kurzem die Integration des Restaurants in Wieningers Konzept vorgeschlagen. Dieses Konzept sieht den Betrieb einer Hotelfachschule, eines Restaurants mit Aussichtsterrasse und eines Appartementhotels vor, dem soll jedoch das 1935 von Ringturm-Architekten Erich Boltenstern erbaute Restaurant weichen.

Originalen Bauteile des Restaurants

Landeskonservatorin Barbara Neubauer hat zuvor betont, dass die noch vorhandenen originalen Bauteile des Restaurants in jedem Fall erhaltenswert seien. In letzter Konsequenz hieße dies dann, das Restaurant auch offiziell unter Denkmalschutz zu stellen. Er werde dann ein Schild mit der Aufschrift "Den Wienern gewidmet vom Bundesdenkmalamt" anbringen, kündigte Wieninger an.

Wieninger sagte, er sei offen für alles, aber er wolle sein Projekt privatwirtschaftlich finanzieren. Der Staat habe "hinten und vorne kein Geld" und für ein durchgerechnetes Konzept wolle er nun Förderungen ausschütten. Neubauer hatte den Aufwand für die denkmalpflegerischen Maßnahmen mit einer Million Euro beziffert und betont, dass Förderungen für die denkmalgeschützten Teile möglich seien.

Den Vorschlag des BDA, die Reste des Restaurants in das Konzept zu integrieren, lehnt Wieninger klar ab: "Ich kann mit dem nichts anfangen."

Um die verschiedenen Möglichkeiten abzuklären, wurde nun am 21. Oktober ein Gespräch zwischen Wieninger und Planungsstadtrat Rudolf Schicker anberaumt. Er sei gern bereit, sich Ideen anzuhören, betonte der Grundeigentümer. Auch das Denkmalamt will diese Unterredung abwarten, bevor es über mögliche Maßnahmen entscheidet. (APA)

  • Der Bau des Kahlenberg-Restaurants ist eines der sehr wenigen Zeugnisse für im Sinne der Moderne gelöste größere Bauaufgaben im Wien der Zwischenkriegszeit. Der Schule Oskar Strnads und Josef Franks verpflichtet und nimmt daher in der Wiener Baugeschichte eine wichtige Rolle ein.
    foto: denkmalamt/ kahlenbergrestaurant

    Der Bau des Kahlenberg-Restaurants ist eines der sehr wenigen Zeugnisse für im Sinne der Moderne gelöste größere Bauaufgaben im Wien der Zwischenkriegszeit. Der Schule Oskar Strnads und Josef Franks verpflichtet und nimmt daher in der Wiener Baugeschichte eine wichtige Rolle ein.

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