Vorbereitung in entscheidender Phase

6. Oktober 2004, 20:18
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Am Mittwoch intensives Trainingsspiel sowie Videostudium - Krankl warnt vor Stürmern - Pogatetz erwartet defensive Polen

Wien - Die Vorbereitung des österreichischen Fußball-Nationalteams auf das wichtige Heimspiel in der WM-Qualifikation gegen Polen (Samstag, 20:45 Uhr/live ORF1) geht schön langsam in die entscheidende Phase. Am Mittwochvormittag absolvierten die Teamkicker ein intensives Trainingsspiel, dafür stand am Nachmittag statt einer ursprünglich geplanten weiteren Einheit das erste Videostudium des Gegners auf dem Programm.

"Zwei großartige Stürmer"

Teamchef Hans Krankl zeigte seinen Schützlingen wie schon vor dem England-Match Zusammenschnitte von den wichtigsten Szenen der Osteuropäer in deren vergangenen Partien. "Die Polen haben zwei großartige Stürmer und eine groß gewachsene Hintermannschaft. Eine gute Mischung", sagte der ehemalige "Goleador", der noch einmal beim Trainingslager des Kontrahenten spionieren ließ. "Wir lassen nichts unversucht, um so viel wie möglich in Erfahrung zu bringen", so Johann K.

Die zahlreichen Ausfälle der Polen sind laut Krankl kein nennenswerter Vorteil für die ÖFB-Elf. "Davon haben wir nichts, das ändert nichts an der Grundeinstellung der Polen", vermutet der Teamchef, der die Truppe von Coach Pawel Janas mit einem 4-4-2-System erwartet, wobei Krakau-Stürmer Maciej Zurawski des Öfteren aus der Etappe kommt.

Pogatetz beißt Zähne zusammen

Eine wichtige Rolle bei der Unterbindung der polnischen Offensiv-Aktionen wird Emanuel Pogatetz zukommen. Der GAK-Verteidiger laboriert zwar noch immer an Schulterbeschwerden, wird aber die Zähne zusammenbeißen. "Für Samstag ist das kein Problem. Vor dem Spiel bekomme ich zwar eine Spritze, aber das ist mehr für die Psyche, denn Schmerzen spüre ich im Spiel sowieso keine. Sobald der Schiedsrichter anpfeift gibt's nur mehr Attacke", sagte Pogatetz, in dessen Schulter ein Band gerissen und zwei stark gedehnt sind, wodurch er sich in der Winterpause einer Operation unterziehen muss.

Der 21-Jährige hat sich für das Polen-Match einiges vorgenommen. "Ich erwarte mir, dass wir an unsere letzten Leistungen anknüpfen können und zeigen, dass das nicht nur Eintagsfliegen waren. Es wäre ein Traum, gegen Polen zu gewinnen", so Pogatetz. Der Abwehrspieler erwartet einen defensiv eingestellten Gegner. "Wir werden das Spiel machen müssen, denn die Polen werden wahrscheinlich mit einem Unentschieden zufrieden sein."

Schopp: "Sind zusammengewachsen"

Für Markus Schopp ist die Samstag-Partie ein "irrsinnig wichtiges Spiel. Jeder ist sich dessen bewusst und trainiert dementsprechend, denn ein Sieg wäre ein großer Schritt in die richtige Richtung." Der Italien-Legionär warnte aber auch. "Wir spielen gegen einen Gegner, der vor Quali-Beginn ein heißer Kandidat auf den zweiten Gruppenplatz war und immer noch ist. Wir dürfen nicht den Fehler machen zu glauben, dass wir schon gewonnen haben." Das Remis gegen England könnte eine wichtige Initialzündung gewesen sein, vermutet der Steirer. "Man hat gesehen, dass die Mannschaft auf einen Erfolg wie gegen England gewartet hat. Solche Bausteine sind wichtig, das Team ist zusammengewachsen."

Dass er selbst weiter Baustein der ÖFB-Auswahl ist, war keine Selbstverständlichkeit, kam er doch bei seinem Klub Brescia in dieser Saison nur zwei Mal im Cup (ein Mal über 90 Minuten, ein Mal bis zur Pause) zum Einsatz. "Ich hatte mit dem Teamchef ausgemacht, wenn ich mich gut fühle, sage ich es ihm, und ich habe mich in diesen zwei Spielen gut gefühlt", sagte Schopp, der nach eigenen Angaben von seinen Cup-Darbietungen "angenehm überrascht" war.

"Der Ausstieg ins Ausland leichter"

Die Tatsache, dass im Kader der Polen weit mehr Legionäre als in der ÖFB-Auswahl stehen, ergibt sich für den Blondschopf auch aus den ökonomischen Voraussetzungen. "In Polen ist die wirtschaftliche Situation nicht so gut, daher ist der Ausstieg ins Ausland leichter. Viele Spieler sind bereit, den Sprung auch ohne 1-A-Vertrag zu wagen, und je mehr ins Ausland gehen, desto mehr sind es im Endeffekt, die sich durchsetzen."

In der heimischen Liga seien die Voraussetzungen etwas anders. "Vielleicht wird in Österreich so gut bezahlt, dass sich einige überlegen: Das kann ich hier auch verdienen", vermutet der frühere Sturm-Kicker.(APA)

  • Mayrleb nur im Training gegen Stranzl.

    Mayrleb nur im Training gegen Stranzl.

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