Fünf Jahrzehnte Mode, Kunst und Stars

13. Oktober 2004, 01:43
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Klassisch englisch exzentrische Porträt-Fotografien von Cecil Beaton im KunstHausWien

Wien - Der Glanz der Stars des 20. Jahrhunderts erhellt derzeit das KunstHausWien. Marilyn Monroe, Fred Astaire, Audrey Hepburn, Grace Kelly, Marlon Brando - sie alle fing der gefeierte britische Porträtfotograf Cecil Beaton (1904 bis 1980) mit seiner Kamera ein. Die von der National Gallery London ausgerichtete Schau "Cecil Beaton. Portraits" (7. 10. bis 9. 1. 2005) versammelt anlässlich des 100. Geburtstags Beatons rund 150 Aufnahmen des Fotografen, chronologisch auf zwei Stockwerke des Kunsthauses verteilt.

Mit der ersten großen Beaton-Ausstellung 1968 hat die National Gallery in London neues Terrain beschritten, denn diese war die erste reine Fotoausstellung in einem großen britischen Museum, schilderte Kurator Terence Pepper am Mittwoch bei der Presse-Präsentation. Die Kunsthaus-Schau ist der erste große Querschnitt von Beatons Porträts seit damals und war zuvor schon in der National Gallery zu sehen.

"Bright Young Things"

Beaton fing fünf Jahrzehnte Mode, Kunst und Stars ein, von den Sitwell-Geschwistern in den 1920ern bis zu den Rolling Stones in den 1960ern. Zu den Höhepunkten zählt Beatons Porträt der Marilyn Monroe (1956), die Aufnahme von Winston Churchill mit starr und trotzig empor gerecktem Kinn während des Zweiten Weltkriegs ging um die Welt.

Schon in den 20er Jahren arbeitete Beaton für das Starmagazin Vogue, dem er 50 Jahre verbunden blieb. Er dokumentierte die "bright young things", aufstrebende Stars, die kürzlich in Stephen Frys gleichnamigem Film im Mittelpunkt standen. Bei seinen Besuchen in Hollywood entstanden Aufnahmen von u. a. Gary Cooper, Loretta Young, Marlene Dietrich und "Tarzan" Johnny Weissmüller. Beatons Kamera richtete sich auch auf die großen Künstler anderer Sparten, wie Pablo Picasso, Jean Cocteau oder Benjamin Britten und, nach dem Krieg, auf die Autoren des Existenzialismus Albert Camus und Jean Paul Sartre.

Hof und Krieg

Beaton erklomm 1939 den Gipfel dessen, was im United Kingdom an gesellschaftlicher Anerkennung möglich war: Er wurde von der Königlichen Familie beauftragt. Entstanden sind u. a. zwei in der Schau gezeigte Studien der 2002 verstorbenen "Queen Mum", damals Königin Elizabeth im Buckingham Palace. Prunkvolle Aufnahmen britischer Herrscher kontrastieren bald mit Schnappschüssen und Kriegsaufnahmen, die Beaton als Kriegsfotograf machte.

Der Fotograf schoss nach dem Krieg zahlreiche Aufnahmen seiner langjährigen Geliebten Greta Garbo. In den 60er Jahren erfand Beaton seinen Stil noch einmal neu und arbeitet mit den schillerndsten Kultfiguren der Zeit, vor allem Mick Jagger. Später gewann Beaton zwei "Oscars" für seine Arbeit an "My Fair Lady" und "Gigi". (APA)

"Cecil Beaton. Portraits", 7. Oktober bis 9. Jänner 2005. , tgl 10 bis 19 Uhr

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kunsthauswien.at

npg.org.uk

  • Inszenierung inbegriffen: Marlene Dietrich mit Statue,  1935 arrangiert  von Cecil Beaton
    foto: kunshauswien/n.p.gallery/sothebys

    Inszenierung inbegriffen: Marlene Dietrich mit Statue, 1935 arrangiert von Cecil Beaton

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