Staatspreis für Europäische Literatur an Julian Barnes

13. Oktober 2004, 01:49
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Würdigungspreis an Christoph Ransmayr, Förderungspreis an Kathrin Röggla und Norbert Silberbauer

Frankfurt - Der britische Schriftsteller Julian Barnes (48) erhält den mit 22.000 Euro dotierten Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur 2004, gab Kunststaatssekretär Franz Morak am Mittwoch im Rahmen der Frankfurter Buchmesse bekannt.

Der mit 11.000 Euro dotierte Würdigungspreis für Literatur geht an Christoph Ransmayr, der Förderungspreis an Kathrin Röggla und Norbert Silberbauer (je 7.300 Euro). Der Staatspreis für Kulturpublizistik, der abwechselnd mit dem Staatspreis für Literaturkritik alle zwei Jahre vergeben wird und ebenfalls mit 7.300 Euro dotiert ist, geht heuer an den Journalisten und Historiker Peter Huemer.

"Eleganter Stylist"

Julian Barnes wurde am 19. Jänner 1946 in Leicester geboren. Er absolvierte das Magdalen College in Oxford mit Auszeichnung. Ehe er freier Schriftsteller wurde, arbeitete er als Lexikograph für das "Oxford English Dictionary supplement" sowie als Literatur- und TV-Kritiker. Zu den Büchern des auch international vielfach ausgezeichneten Erzählers zählen "Metroland" (1980), "Flauberts Papagei" (1984) und "Eine Geschichte der Welt in 10 1/2 Kapiteln" (1989) und "England, England" (1998). Barnes lebt in London und hat zuletzt eine Essaysammlung über Kochen ("The Pedant in the Kitchen") und eine Kurzgeschichten-Sammlung mit dem Titel "The Lemon Table" veröffentlicht. Barnes "ist ein vielseitiger Romancier und eleganter Stylist, der die Gabe besitzt, leichtfüßig, unterhaltsam und geistreich zu erzählen", begründete der Staatssekretär in einer Aussendung die Preisvergabe. Im Vorjahr hatte der niederländische Autor Cees Nooteboom den Preis erhalten.

Weitere Begründungen

Christoph Ransmayr (50) sei "ein faszinierender Erzähler, der mit seinen Romanen ein großes Lesepublikum begeistert und dessen Werke in mehr als zwei Dutzend Sprachen übersetzt wurden", so Morak. Auch der in Wels (Oberösterreich) geborene Autor erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den Bertolt-Brecht-Literaturpreis der Stadt Augsburg. Für seinen Roman "Morbus Kitahara" erhielt er 1996 den Aristeion-Literaturpreis der Europäischen Union. Der Durchbruch war ihm 1988 mit dem Ovid-Roman "Die letzte Welt" gelungen.

Die in Berlin lebende gebürtige Salzburgerin Kathrin Röggla (Jahrgang 1971) "zählt zu den interessantesten Stimmen der neuen Österreichischen Literatur", so der Staatssekretär. Röggla hat sich als Prosa- und Drama-Autorin gleichermaßen einen Namen gemacht. Zu ihren Büchern zählen "Abrauschen" (1997) und "Irres Wetter" (2000), zu ihren Stücken "fake reports" und "junk space", das in Kürze beim steirischen herbst uraufgeführt wird.

Der Niederösterreicher Norbert Silberbauer (45) ist für Morak ein "vielseitiger Autor, der auf dem Theater und in der Dramatik ebenso zu Hause ist wie in der Prosa und Lyrik." Silberbauer veröffentlichte u.a. den Roman "Franz" und den Erzählband "Die elf Gebote".

Den Historiker und langjährigen ORF-Journalisten Peter Huemer (geb. 1941 in Linz), würdigte Morak als "Volksaufklärer im besten Sinn des Wortes", der "neue Standards für die journalistische Arbeit gesetzt hat". (APA)

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