Zwei attraktive Heimspiele für Austria

18. Dezember 2004, 12:03
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Veilchen erwarten im Prater zwei Top-Klubs: Real Saragossa und den belgischen Spitzenreiter Brügge - Gegen Utrecht und Dnjepr auswärts

Nyon/Wien - Zwei attraktive Heimspiele gegen die Gruppenfavoriten Real Saragossa und Club Brügge hat die Auslosung der Fußball-UEFA-Cup-Gruppenphase am Dienstag der Wiener Austria beschert. Günter Kronsteiner war nach dem Prozedere in der Schweiz dennoch wenig euphorisch, der Teammanager hatte sich nämlich einen "großen Namen aus Italien oder Deutschland" gewünscht. Der Tabellenführer der T-Mobile-Bundesliga ist zum Auftakt am 21. Oktober spielfrei, am 4. November geht es für Vastic und Co. mit der Heimpartie gegen Saragossa los.

Chance auf Platz drei lebt

"Ich bin nicht sehr begeistert über das Los, das ist nicht unbedingt das, was ich mir vorgestellt habe", meinte Kronsteiner zu den anstehenden Partien in Gruppe C gegen Real Saragossa (H, 4. November), Dnjepr Dnjepropetrowsk (A, 25. November), Club Brügge (H, 1. Dezember) und FC Utrecht (A, 16. Dezember). Die Chance auf Platz drei und damit auf die Qualifikation für die Runde der letzten 32 lebt jedoch. "In unserer Gruppe ist es realistisch, dass wir Dritter sein können. Wir haben Gegner in unserer Reichweite", erklärte Ivica Vastic, der derzeit mit seinen Kollegen von Sieg zu Sieg eilt.

An die Aufstiegschance glaubt auch Austrias Spartentrainer Lars Söndergaard: "Wenn wir ähnliche Leistungen wie auswärts gegen Legia Warschau bringen, dann ist alles möglich." Der Däne warnt jedoch: "Von einem Glückslos kann man auf jeden Fall nicht sprechen. Das ist eine österreichische Krankheit, dass der internationale Fußball oft unterschätzt wird."

Vom wirtschaftlichen Standpunkt her zeigten sich die Wiener nach dem komplizierten Erstellen des Spielplans zufrieden. "Die zwei Heimspiele gegen die Gruppenfavoriten sind wirtschaftlich sehr interessant. Vor allem die Partie gegen Saragossa", erklärte Manager Markus Kraetschmer, der die Austria-Delegation in Nyon anführte und ankündigte, dass es für die beiden Heimspiele ein "Abo" geben wird (Infos unter: fk-austria.at).

Saragossa derzeit vor Real Madrid

Der prominenteste Austria-Gegner heißt Real Saragossa, der Ex-Klub des früheren Salzburg-Europacup-Helden Otto Konrad. Die Nord-Spanier sind Anfang November im Happel-Stadion zu Gast und sind absolute Cup-Spezialisten. Zu einem spanischen Meistertitel reichte es in der 101-jährigen Klubgeschichte zwar noch nicht, dafür gewann man neben sechs spanischen Cuptiteln (zuletzt im März 2004 dank eines 3:2-Finalerfolgs gegen Real Madrid) auch den Europacup der Cupsieger 1995. Derzeit liegt die Truppe von Trainer Victor Munoz auf Rang 9 der Primera Division.

Das Auswärtsspiel gegen Dnjepropetrowsk bringt die Violetten einmal mehr in die Ukraine. Nach den jeweils erfolgreich beendeten UEFA-Cup-Duellen mit Schachtjor Donezk und Mariupol steht am 25. November der dritte Ukraine-Trip der Austria in nur zwei Jahren an. "Die Ukraine hat zwei Teams in der Gruppenphase der Champions League. Man darf diesen unangenehmen Gegner nicht unterschätzen", so Söndergaard. Wie unangenehm es am Dnjepr werden kann, musste erst im Oktober 2003 Kurt Jara mit seinem damaligen Klub HSV erleben. Die Hamburger unterlagen in der Ukraine 0:3 und schieden aus dem UEFA-Cup aus.

Chance zur Revanche

Bittere Erinnerungen haben die Austria-Fans an den Club Brügge, derzeit belgischer Tabellenführer. Im November 1992 schied die Austria in der 2. Runde des Meistercups gegen Brügge auf Grund der Auswärtstorregel aus und verpasste damit nur haarscharf die lukrative Gruppenphase der letzten acht Teams. Zwei Österreicher hatten maßgeblichen Anteil an den großen Brügger Zeiten in den 70er-Jahren. Trainer Ernst Happel und Spieler Edi Krieger gewannen jeweils drei Mal die Meisterschaft und erreichten mit Brügge das UEFA-Cup- (1976) sowie das Meistercup-Finale (1978; jeweils Niederlagen gegen Liverpool).

Kronsteiner: "Stärker als Ajax"

Höchsten Respekt hat Teammanager Kronsteiner vor Utrecht. "Das ist ein echtes Hammerlos. Diese Mannschaft ist derzeit stärker als Ajax Amsterdam und will sich in den Top-2 Hollands festigen", so Kronsteiner über den derzeitigen Tabellen-Dritten in den Niederlanden, der 2003 und 2004 Cupsieger wurde. Vor allem zu Hause im Galgenwaard-Stadion ist Utrecht eine echte Macht, in bisher vier Meisterschaftsspielen gab es vier Siege (11:3 Tore). Davon weiß auch ÖFB-Meister GAK ein Lied zu singen, im UEFA-Cup 2001/2002 scheiterten die Grazer nach einem 0:3 in den Niederlanden in Runde 1. Einen Tag später war Trainer Werner Gregoritsch abgelöst worden.(APA)

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