Nestroys 2004: "Das goldene Vließ" fünf mal nominiert

14. November 2005, 17:55
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Gute Aussichten für Burgtheater-Produktion - Fix sind bereits der "Off"-Preisträger Kabinetttheater, Lebenswerk für Gratzer und Autorenpreis für Albee

"Das Goldene Vließ" aus dem Burgtheater für fünf "Nestroys" nominiert Kabinetttheater erhält "Off"-Preis, Edward Albee den Autorenpreis - Gala am 20. November im Ronacher und zeitversetzt in ORF 2

Wien (APA) - Nach der bereits bekannt gegebenen Lebenswerk-Auszeichnung für Hans Gratzer wurden heute, Montag, bei einer Pressekonferenz weitere Preisträger der fünften Verleihung des "Nestroy"-Theaterpreises benannt. Bei der Gala am 20. November im Wiener Ronacher werden die beiden Leiter des Wiener Kabinetttheaters den mit 10.000 Euro dotierten Preis für die beste Off-Produktion in Empfang nehmen, Edward Albee wird für "Die Ziege oder Wer ist Sylvia" mit dem Autorenpreis gewürdigt.

Antonio Fian gestaltet Gala

Die Gala der fünften Nestroy-Verleihung gestaltet Antonio Fian. Chancen auf die meisten Nestroys darf sich die fünf Mal nominierte Burgtheater-Produktion "Das Goldene Vließ" machen, wie die ebenfalls bekannt gegebenen Nominierungen zeigen.

Mailath-Pokorny: "Das Theater lebt"

"Das Theater lebt", meinte der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) im Rückblick auf die Ereignisse der vergangenen fünf Jahre. Mit Theaterreform, Eröffnungen und Neubesetzungen habe sich das Wiener Theaterleben "sehr wohl sehr stark bewegt". Es sei gelungen, den "Nestroy"-Preis als Marke zu etablieren, betonte ORF-Unterhaltungschef Edgar Böhm, der sich über die ORF-Medienpartnerschaft mit der Theaterauszeichnung freute: "Andere Sender nominieren die zehn erfolglosesten Einbrecher". Die Gala, über deren Ausgestaltung sich Fian noch nicht verbreitern wollte, wird zeitversetzt in ORF 2 (22.45 Uhr) ausgestrahlt.

Kabinetttheater sei "wirklich ungewöhnliches Theater"

Mit dem "Off"-Preis wollte man das Wiener Kabinetttheater von Christopher Widauer und Julia Reichert als "wirklich ungewöhnliches Theater" hervorheben, meinte die Vorsitzende der (unveränderten) siebenköpfigen Kritiker-Jury, Karin Kathrein. Die ausgezeichnete Produktion, "Sündenfälle", wird in dem Puppentheater in Wien-Alsergrund wieder von 18. bis 21. Oktober zu sehen sein.

Um beste deutschsprachige Aufführung rittern Zürcher, Wiener und Hamburger Bühnen

Um die Auszeichnung für die beste deutschsprachige Aufführung, die die Jury schon ausgewählt, aber nicht bekannt gegeben hat, ritterten heuer das Schauspielhaus Zürich (mit Michel Houellebecqs "Elementarteilchen" in der Inszenierung von Johan Simons), das Wiener Burgtheater ("Das goldene Vließ", Regie: Stephan Kimmig) und das Hamburger Thalia Theater ("Unschuld", Regie: Andreas Kriegenburg). Damit habe die Jury "drei höchst unterschiedliche Produktionen ausgewählt", so Kathrein.

Bester Regisseur: Bauersima und Kimmig konkurrieren mit Nübling

Als bester Regisseur gehen Igor Bauersima ("Berenice de Moliere" im Akademietheater), Stephan Kimmig (ebenfalls für das "Goldene Vließ") und Sebastian Nübling ("Wilder oder der Mann mit den traurigen Augen", steirischer herbst 2003) ins Rennen.

Beste SchauspielerInnen

Bester Schauspieler könnten Michael Maertens (Jason im "Goldenen Vließ"), Peter Simonischek (Martin in Albees "Die Ziege") und Toni Slama (Adam in "Automatenbüfett" in der Josefstadt), beste Schauspielerin Birgit Minichmayr (Medea in "Das goldene Vließ"), Petra Morze (Genia in "Das weite Land", Festspiele Reichenau) oder Sophie Rois (für ihre Mitwirkung in "Hallo Hotel", Kasino am Schwarzenbergplatz) werden. Um den Nestroy "Beste Nebenrolle" wetteifern Sandra Cervik (Sophie in "Der Alpenkönig und der Menschenfeind", Josefstadt), Kirsten Dene (Aline in "Baumeister Solness", Akademietheater) und Johann Adam Oest (Ross in "Die Ziege"). Über die Auszeichnung "Bester Nachwuchs weiblich & männlich" könnten sich Xaver Hutter, der Autor Händl Klaus oder Holger Schober freuen.

Ausstattung

Für die "Beste Ausstattung" wurden Igor Bauersima und Georg Lendorff ("Berenice de Moliere"), Cecile Feilchenfeldt ("Vorher/Nachher" am Landestheater Linz) und Martin Zehetgruber ("Don Carlos", Burgtheater) nominiert. Und den Spezialpreis könnten Sebastian Huber (Dramaturg von "Das Goldene Vließ", Peter Schubert (Bühne) und Friedrich Rom (Licht) für "Vor Sonnenuntergang" (Burgtheater) oder Vienna's English Theatre gewinnen.

Partnerschaft mit Erste Bank endet

Mit der Verleihung endet vorerst die auf fünf Jahre befristete "unglaublich faire Partnerschaft" (Kathrein) mit dem (namensgebenden) Hauptsponsor des "Ersten Wiener Theaterpreises", der Erste Bank. Ob und wie diese Beteiligung der Bank verlängert wird, werde sich erst entscheiden, so Sprecher Boris Marte.

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