Bundespräsident Fischer öffnet die Hofburg-Pforten

4. Oktober 2004, 16:41
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Bis zu 7.000 Besucher bei Tag der offenen Tür in der Präsidentschaftskanzlei - "Heinz Fischer Marsch" am Heldenplatz

Wien - Für Josef Fandl hatte der Samstag besonders früh begonnen. Schon um 5.30 Uhr war der Südburgenländer aufgestanden, um auch wirklich der Erste zu sein, der dem Bundespräsidenten Heinz Fischer am Tag der offenen Tür in der Hofburg die Hand schütteln darf. Kurz nach 10.00 Uhr ist es dann so weit: Die erste Besuchergruppe wird durch die Metalldetektoren in die Präsidentschaftskanzlei geschleust.

Nach einer kurzen Führung durch die Prunkräume, die einst von Kaiserin Maria Theresia bewohnt worden waren und seit 1946 als Amtssitz der österreichischen Bundespräsidenten dienen, dann der kurze Handshake mit dem Präsidentenpaar. Josef Fandl kann dem Bundespräsident noch schnell "Alles Gute" für seine Amtszeit wünschen und eine Flasche burgenländischen Rotwein als Gastgeschenk überreichen. Dann ist die lang erwartete Begegnung auch schon wieder vorbei.

Bis zu 7.000 Besucher

Insgesamt 6.000 bis 7.000 Menschen sind am Samstag dem Beispiel Fandls gefolgt und auf Einladung Fischers in die Hofburg gekommen - die meisten davon ältere Fans des Bundespräsidenten, aber auch einige jüngere Menschen und Familien mit Kindern. Im Mittelpunkt des Interesses steht sichtlich das Präsidentenpaar. Das eigens für diesen Tag inszenierte Rahmenprogramm - eine Fotoausstellung über den Staatsvertrag und eine Zusammenstellung mit Werken moderner Kunst aus Österreich - scheinen das Publikum weniger zu fesseln.

Der Handshake mit dem Staatsoberhaupt fällt für die Besucher aber durchwegs knapp aus: Eilig werden Autogramm gegeben, Geschenke freundlich entgegen genommen und an Mitarbeiter weiter gereicht. Wer dem Präsidenten ein Anliegen vortragen möchte, wird an einen eigens bereitgestellten Sachbearbeiter verwiesen und ins benachbarte "Jagdzimmer" gelotst. Enttäuscht über die knapp bemessene Zeit wirkt aber dennoch kaum jemand. "Er hat ja viele Hände zu schütteln, lassen wir ihm Zeit, vielleicht ergibt sich ja später die Gelegenheit, mit ihm zu sprechen", zeigt sich ein junger Wiener verständnisvoll.

Auch Gastgeber Fischer fühlt sich sichtlich wohl. "Gut" gehe es ihm, versichert er den wartenden Journalisten: "Wer viele Gäste hat, hat eine große Freude."

Nach vier Stunden ist Schluss

Gegen 14.00 Uhr, nach vier Stunden Händeschütteln, wird der Zugang zur Präsidentschaftskanzlei schließlich abgesperrt. Nach anfänglichem Widerstand fügen sich die immer noch ankommenden Schaulustigen in die Abweisung. Ein Ehepaar, das extra mit seiner Enkelin aus Oberösterreich angereist ist, gibt sich wohl oder übel mit dem Hinweis zufrieden, dass der Bundespräsident im Anschluss an den Besuchstag in der Hofburg ja noch eine Autogrammstunde am Heldenplatz abhalten wird. Dabei werde sich wohl noch eine Gelegenheit ergeben, ihn zu sehen, meint das Paar. Ansonsten "schauen wir ihn halt wieder im Fernsehen an".

Gulasch für das Volk

Am Heldenplatz hat das Bundesheer mittlerweile Biertische und Gulaschkanonen aufgestellt und verköstigt jene, die keinen Einlass in die Hofburg mehr finden. Für die musikalische Untermalung sorgen Bundesheer-, Polizei- und Eisenbahner-Kapellen. Zum Abschluss des Tages war dann noch die Uraufführung des für den Bundespräsidenten eigens komponierten "Heinz-Fischer-Marsches" durch die Eisenbahner-Kapelle Floridsdorf vorgesehen. (APA)

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    Reger Andrang herrschte beim Tag der offenen Tür in der Hofburg.

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    Tausende Hände sind zu schütteln, den Bundespräsidenten freut der zahlreiche Besuch dennoch.

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