Bis zu 7.000 Besucher bei Tag der offenen Tür in der Präsidentschaftskanzlei - "Heinz Fischer Marsch" am Heldenplatz
Wien - Für Josef Fandl hatte der Samstag besonders früh
begonnen. Schon um 5.30 Uhr war der Südburgenländer aufgestanden, um
auch wirklich der Erste zu sein, der dem Bundespräsidenten Heinz
Fischer am Tag der offenen Tür in der Hofburg die Hand schütteln
darf. Kurz nach 10.00 Uhr ist es dann so weit: Die erste
Besuchergruppe wird durch die Metalldetektoren in die
Präsidentschaftskanzlei geschleust.
Nach einer kurzen Führung durch die Prunkräume, die einst von
Kaiserin Maria Theresia bewohnt worden waren und seit 1946 als
Amtssitz der österreichischen Bundespräsidenten dienen, dann der
kurze Handshake mit dem Präsidentenpaar. Josef Fandl kann dem
Bundespräsident noch schnell "Alles Gute" für seine Amtszeit wünschen
und eine Flasche burgenländischen Rotwein als Gastgeschenk
überreichen. Dann ist die lang erwartete Begegnung auch schon wieder
vorbei.
Bis zu 7.000 Besucher
Insgesamt 6.000 bis 7.000 Menschen sind am Samstag dem Beispiel
Fandls gefolgt und auf Einladung Fischers in die Hofburg gekommen -
die meisten davon ältere Fans des Bundespräsidenten, aber auch einige
jüngere Menschen und Familien mit Kindern. Im Mittelpunkt des
Interesses steht sichtlich das Präsidentenpaar. Das eigens für diesen
Tag inszenierte Rahmenprogramm - eine Fotoausstellung über den
Staatsvertrag und eine Zusammenstellung mit Werken moderner Kunst aus
Österreich - scheinen das Publikum weniger zu fesseln.
Der Handshake mit dem Staatsoberhaupt fällt für die Besucher aber
durchwegs knapp aus: Eilig werden Autogramm gegeben, Geschenke
freundlich entgegen genommen und an Mitarbeiter weiter gereicht. Wer
dem Präsidenten ein Anliegen vortragen möchte, wird an einen eigens
bereitgestellten Sachbearbeiter verwiesen und ins benachbarte
"Jagdzimmer" gelotst. Enttäuscht über die knapp bemessene Zeit wirkt
aber dennoch kaum jemand. "Er hat ja viele Hände zu schütteln, lassen
wir ihm Zeit, vielleicht ergibt sich ja später die Gelegenheit, mit
ihm zu sprechen", zeigt sich ein junger Wiener verständnisvoll.
Auch Gastgeber Fischer fühlt sich sichtlich wohl. "Gut" gehe es
ihm, versichert er den wartenden Journalisten: "Wer viele Gäste hat,
hat eine große Freude."
Nach vier Stunden ist Schluss
Gegen 14.00 Uhr, nach vier Stunden Händeschütteln, wird der Zugang
zur Präsidentschaftskanzlei schließlich abgesperrt. Nach anfänglichem
Widerstand fügen sich die immer noch ankommenden Schaulustigen in die
Abweisung. Ein Ehepaar, das extra mit seiner Enkelin aus
Oberösterreich angereist ist, gibt sich wohl oder übel mit dem
Hinweis zufrieden, dass der Bundespräsident im Anschluss an den
Besuchstag in der Hofburg ja noch eine Autogrammstunde am Heldenplatz
abhalten wird. Dabei werde sich wohl noch eine Gelegenheit ergeben,
ihn zu sehen, meint das Paar. Ansonsten "schauen wir ihn halt wieder
im Fernsehen an".
Gulasch für das Volk
Am Heldenplatz hat das Bundesheer mittlerweile Biertische und
Gulaschkanonen aufgestellt und verköstigt jene, die keinen Einlass in
die Hofburg mehr finden. Für die musikalische Untermalung sorgen
Bundesheer-, Polizei- und Eisenbahner-Kapellen. Zum Abschluss des
Tages war dann noch die Uraufführung des für den Bundespräsidenten
eigens komponierten "Heinz-Fischer-Marsches" durch die
Eisenbahner-Kapelle Floridsdorf vorgesehen. (APA)