Hundt lobt Österreichs Beschäftigungspolitik

1. Oktober 2004, 22:00
posten

Deutscher Arbeitgeberpräsident auf VP-Klausur: "Österreich liegt deutlich besser als Deutschland"

St. Wolfgang - Dickes Lob für Österreichs Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik gab es Freitagvormittag vom deutschen Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt im Rahmen der ÖVP-Klubklausur in St. Wolfgang (OÖ). "Österreich liegt deutlich besser als Deutschland", so Hundt vor den ÖVP-Abgeordneten. Deutschland könne sich an Österreich nur ein Beispiel nehmen. Während Österreich eine Reformpolitik betreibe, stocke in Deutschland der Reformkurs, Regierung und Opposition fehlten ein Gesamtkonzept und Visionen.

"Die Politik muss die richtigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen setzen, um Wirtschaftswachstum zu ermöglichen", so Hundt. Wichtig seinen ein flexibles Arbeitsrecht, ein überschaubares Steuerrecht, möglichst wenig Bürokratie sowie eine moderate Steuer- und Abgabenbelastung. "In allen Punkten mangelt es in Deutschland", so der Befund des Arbeitgeberpräsidenten.

"Auf, aber keinen Schwung"

Deutschland sei nach wie vor ein Beispiel dafür, "dass es ohne Aufschwung nicht geht". Zwar gebe es heuer wieder nach drei Jahren der wirtschaftlichen Stagnation und sogar Rezession gebe es heuer erstmals wieder die Hoffnung auf ein bescheidenes Wachstum. Das entspreche aber bei weitem nicht dem Wirtschaftspotenzial Deutschlands. "Es gibt zwar ein Auf, aber keinen Schwung", so Hundt. Deutschland sei längst nicht mehr die Wirtschaftslokomotive Europas, sondern die Wachstumsbremse.

Über die Wirtschaftsentwicklung in Österreich gebe es mehr Positives zu vermelden, meinte Hundt. Die Beschäftigungsquote sei höher als in Deutschland, die Arbeitslosenquote eine der niedrigsten in Europa.

Arbeitskosten

Als ein konkretes Beispiel im Vergleich zwischen Deutschlans und Österreich nannte er die Arbeitskosten. In Deutschland betragen sie im Durchschnitt 26,5 Euro, in Österreich 21,5 Euro, sind also um gut 20 Prozent niedriger. Grund sei, dass die Lohnzusatzkosten in Österreich deutlich niedriger seien als in Deutschland mit sehr hohen Sozialbeiträgen.

ÖVP-Klubobmann Wilhelm Molterer betonte zur Eröffnung des zweiten Halbtages der Klubklausur, "Ziel einer Volkspartei muss die Vollbeschäftigung sein". Mit einem Seitenhieb auf die SPÖ sagte er, "wir sind nicht auf der Suche nach einem wirtschaftspolitischen Kurs oder Programm. Wir haben einen einen wirtschaftspolitischen Kurs und ein wirtschaftspolitisches Programm." (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Hundt: Deutschland kann sich an Österreich nur ein Beispiel nehmen

Share if you care.