Kein Wunder für Rapid Wien im Hanappi

1. Oktober 2004, 12:52
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Hütteldorfer kamen in einem ausverkauften Hanappi-Stadion nicht über ein torloses Remis gegen Sporting Lissabon hinaus

Wien - Nichts ist es am Donnerstagabend mit dem nächsten Rapid-Wunder im Hanappi-Stadion geworden. Österreichs Fußball-Rekordmeister kam im UEFA-Cup-Rückspiel der ersten Runde vor 17.500 Zuschauern in der ausverkauften Heimarena gegen Sporting Lissabon nicht über ein torloses Remis hinaus und scheiterte nach dem 0:2 im Hinspiel am Aufstieg in die Gruppen-Phase.

Rapid im Glück

Rapid begann nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Goalgetter Marek Kincl wie erwartet mit Tomas Dosek als einziger Spitze und tat sich anfangs gegen die in der Abwehr gut organisierten Portugiesen extrem schwer. Die Gäste hätten dagegen bereits in der zehnten Minute für die Vorentscheidung sorgen können, doch nach einem Rogerio-Ideallochpass scheiterte Liedson am glänzend reagierenden Rapid-Torhüter Macho. Neun Minuten später setzte sich auch die zweite Spitze von Sporting gefährlich in Szene, aber Douala, dessen Schuss am langen Eck vorbeiging, ließ die Chance auf die Führung der Gäste ebenfalls aus (19.).

Chancen aus Standardsituationen

Danach übernahmen die Hütteldorfer langsam, aber sicher das Kommando und kamen nach Standardsituationen zu ersten Chancen. Nach einer Hofmann-Freistoß-Flanke war Katzer schneller als Schlussmann Ricardo, doch nicht in der Lage, den Ball zu kontrollieren, deshalb landete sein "Spitzler" lediglich im Tor-Out (26.). Und nur eine Minute später verfehlte ein Hofmann-Freistoß aus 20 Metern sein Ziel knapp (27.). Möglichkeiten aus dem Spiel heraus gab es für die Grün-Weißen allerdings vor der Pause nicht, zu sicher stand Sporting in der Defensive.

Hexenkessel Hanappi

Die Rapid-Fans feuerten ihr Team deshalb in Hälfte zwei noch energischer an, verwandelten das Hanappi-Stadion in einen wahren Hexenkessel. Bereits kurz vor dem Match hatten sie ein riesiges Transparent mit der Aufschrift "Do You Remember 2.11.1995" entrollt, um an den glorreichen 4:0-Erfolg im Rückspiel vor knapp neun Jahren im Cupsieger-Bewerb gegen Sporting zu erinnern, auch damals war das Hinspiel in Lissabon 0:2 ausgegangen.

Macho sicherer Rückhalt

Doch die Geschichte wiederholte sich an diesem Abend nicht, zu clever und kompakt agierten die Gäste diesmal, die sich nach dem Wechsel ganz aufs Kontern verlegten. Macho war zwar nicht zu bezwingen und parierte auch eine Douala-Chance (52.) sicher, aber Rapid biss sich an der Lissabon-Abwehr weiter die Zähne aus. Die beste Möglichkeit nach der Pause resultierte aus einer Ivanschitz-Flanke, die Dosek im Fünfer nur knapp verfehlte (54.). Sporting agierte da schon viel gefährlicher, so rollte ein Rogerio-Schuss nur hauchdünn am langen Eck vorbei (74.).

Spannung in Rapid-Viertelstunde

Die Rapid-Viertelstunde brachte einen Ivanschitz-Schuss aus 18 Metern, der knapp am langen Eck vorbeizog (79.) und einen Ausschluss wegen Torraubs. Hugo hatte Lawaree, der ab der 55. Minute sein erstes Match seit dem "Wunder von Kasan" bestritt, noch vor der Strafraumgrenze zu Fall gebracht. Der anschließende Freistoß von Hofmann krachte zwar in die Mauer, aber Martin Hidens Nachschuss war eine echte Prüfung für Ricardo. (APA)

  • SK Rapid - Sporting Lissabon 0:0
    Gerhard-Hanappi-Stadion, 17.500 (ausverkauft), SR Laurent Duhamel (FRA); Hinspiel 0:2. Rapid mit dem Gesamtscore von 0:2 ausgeschieden.

    Rapid: Macho - Feldhofer, Martin Hiden, Adamski (55. Lawaree), Katzer (76. Sturm) - Garic (42. Korsos), Martinez, Hlinka, Hofmann, Ivanschitz - Dosek

    Sporting: Ricardo - Enakarhire, Beto, Hugo, Paito - Rogerio, Tinga (82. Rochemback), Custodio, Pedro Barbosa (61. Rui Jorge) - Douala (88. Miguel Garcia), Liedson

    Rote Karte: Hugo (85./Torraub) Gelbe Karten: Martin Hiden bzw. Enakarhire, Liedson, Custodio, Baito

    • "Rapid hat anscheinend einen schlechten Tag erwischt", meinte Premiere-Analysator und Ex-Rapid-Goalie Michael Konsel. Im Bild war Andreas Ivanschitz auf verlorenem Posten.

      "Rapid hat anscheinend einen schlechten Tag erwischt", meinte Premiere-Analysator und Ex-Rapid-Goalie Michael Konsel. Im Bild war Andreas Ivanschitz auf verlorenem Posten.

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