Fondsanlage als "spanisches Dorf"

22. Februar 2005, 20:17
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Noch viel Erklärungsbedarf bei Geldanlage - Mit Infografik

Wien - Die europäische Fonds-und Asset Management Vereinigung (Fefsi) stellt der europäischen Fondsindustrie rosige Zeiten in Aussicht. Getrieben durch die private Altersvorsorge und das weitere Zusammenwachsen der globalen Finanzmärkte dürfen sich Fondsschmieden in den kommenden Jahren auf je neun bis zehn Prozent Wachstum einstellen, heißt es im aktuellen Jahrbuch.

Österreich gehört dabei zu den Ländern mit Aufholbedarf: Insgesamt liegen derzeit zwar schon 120 Mrd. Euro in den Fonds heimischer Kapitalanlagegesellschaften (KAG), nur 62 Mrd. davon entfallen aber auf reine Publikumsfonds für Private.

"Fonds sind für viele noch ein spanisches Dorf", summiert Andreas Zakostelsky, Geschäftsführer der größten heimischen KAG, das Anlageverhalten - Bargeld und Spareinlagen machen zusammen noch 55 Prozent der Vermögensanlage der Österreicher aus. Laut selbst in Auftrag gegebener Fessel-Gfk-Umfragezum Thema Fonds ist Raiffeisen auch die bekannteste Fondsgesellschaft.

Ein Viertel der Österreicher gibt darin zwar an, recht gut über Fonds informiert zu sein, tatsächlich besitzen aber nur 17 Prozent direkt oder indirekt Wertpapiere.

Renditen und Kosten sorgen für Unzufriedenheit

Wer Fondsanteile hält, ist laut Erhebung mit den Renditen und Kosten der Fonds eher unzufrieden. Das mag weniger daran liegen, dass heimische Fonds teuer sind, sondern eher daran, dass in Zeiten moderater Erträge laufende Kosten stärker zu spüren sind. Nach e-fundresearch.com sind heimische Fonds in puncto Spesenlast sogar tendenziell günstiger als Deutsche.

Der Umfrage zufolge spielt für mehr als drei Viertel der Österreicher bei der Veranlagungsentscheidung die Transparenz der Kosten eine wichtige Rolle. Allerdings: Schlechte Verzinsung, Spesen und hohen Kosten werden am wenigsten als Argumente gegen Veranlagung in Investmentfonds angeführt.

Sondern: "Anlage in Wertpapiere ist zu riskant" spricht für 35 Prozent gegen Fonds - ein schwerer Schlag und noch viel Marketingbedarf für die Industrie, die ihre Fonds gern mit dem Argument des gestreuten und solcherart verminderten Risikos verkauft. (Karin Bauer/DER STANDARD Printausgabe, 01.10.2004)

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    Infografik: Beliebte Anlageformen

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