Preis für junge Wissenschafter ging an Österreicher

8. Oktober 2004, 13:56
4 Postings

Den europäischen Wettbewerb in Dublin konnte ein Team aus Niederösterreich für sich entscheiden

Verdammt stolz sind sie: Martin Knöbel (20), Gerhard Schöny (19) und Florian Größbacher (19) nahmen am Mittwoch den ersten Preis beim 16. europäischen Wettbewerb für junge Wissenschafter in Dublin entgegen. Mit ihrer automatischen Vorrichtung zum Stimmen von Mikrofonmembranen überzeugten die drei niederösterreichischen Jungforscher, derzeit als Präsenzdiener beim Bundesheer, zuvor Schüler der HTL Mödling, die internationale Jury. Neben Ehrung und Urkunde gab es 5000 Euro und eine Reise zum London International Youth Science Forum. Zwei weitere Hauptpreise gingen an Dänemark und Deutschland.

Fünf Tage lang präsentierten 104 jungen Nachwuchswissenschafter – der jüngste 15, der älteste 20 Jahre – aus 34 Nationen auf dem Campus des University College Dublin ihre wissenschaftlichen Projekte, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Die Palette reichte von der Analyse des Gedächtnisses bei Ameisen über ein Modell, Katzen als Drogenfahnder einzusetzen, bis hin zu Beobachtungsvorrichtungen für Kometen.

Neben der Siegererfindung waren zwei weitere österreichische Projekte in Dublin vertreten: Paul Schinninger (BG/BRG Leibnitz) beschäftigten sich mit der Wirkung von Mozarts Musik auf das zeitlich-räumliche Vorstellungsvermögen. Lukas Brenner und Christoph Ritzberger (HTL Braunau) entwickelten ein alternatives Verfahren zur Pflege von Swimmingpools, was dem Team den Reisepreis zum Europäischen Patentamt nach München einbrachte.

Nötige Leidenschaft

"Wir hatten sowohl grundlagen- als auch anwendungsorientierte Projekte zu bewerten. Ausschlaggebend aber war ausschließlich die Originalität und der Innovationsgrad", erklärte Ulf Merbold, Juryvorsitzender und erster deutscher Astronaut im All, bei der Preisverleihung, an der auch die Nobelpreisträger Sir Harry Kroto (Chemie) und Erwin Neher (Physiologie/Medizin) teilnahmen. Achil^leas Mitsos, Generaldirektor für Forschung in der EU-Kommission, betonte: "Es ist diese Leidenschaft und dieses Talent junger Leute, die unsere Wissenschaft und unsere Gesellschaft brauchen."

Dem Siegerteam gelang mit ihrer Stimm- und Messvorrichtung erstmals die vollkommene Automatisierung und Verbesserung des bisher üblichen Produktionsschrittes beim Stimmen von Memb^ranen. Üblicherweise werden Mikrofongroßmembrane händisch gestimmt. Die Nachteile der bisherigen Fertigung liegen in der Abhängigkeit von Personal und in der Größe des Toleranzbereiches. Der Vorteil der niederösterreichischen Innovation besteht da^rin, dass bisher manuell ausgeführte Fertigungsschritte automatisiert werden, damit Fertigungstoleranz verringert, Ausschuss minimiert und Produktion beschleunigt wird. (DER STANDARD, Printausgabe, 1.10.2004)

Knöbel, Schöny und Größbacher entwickelten eine automatische Vorrichtung zum Stimmen von Mikrofonmembranen.

Von Erika Müller aus Dublin

  • Schöny, Größbacher und Knöbel (v. li.) gewannen den europäischen Wettbewerb für Jungforscher in Dublin.
    foto: der standard/awsg

    Schöny, Größbacher und Knöbel (v. li.) gewannen den europäischen Wettbewerb für Jungforscher in Dublin.

Share if you care.