Niederösterreicher sind anders

9. Juni 2006, 14:29
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NÖ Gewerbe: Erweiterungsangst war unbegründet

Wien - Das niederösterreichische Gewerbe gibt 150 Tage nach der EU-Erweiterung "Entwarnung": Befürchtungen, die im Vorfeld des 1. Mai 2004 geäußert worden waren, seien nicht eingetroffen. Die Skepsis sei gewichen. Diese Feststellung traf Josef Breiter, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer NÖ, am Mittwoch in einem Pressegespräch.

Von Mai bis August habe es in Niederösterreich 185 Gewerbeanmeldungen aus der Slowakei, aus Polen, Tschechien und Ungarn gegeben, sagte Breiter. 73 davon (39,5 Prozent) seien auf die Sparte Gewerbe und Handwerk entfallen. Diese Zahlen seien im Hinblick auf die etwa 79.000 Wirtschaftskammermitglieder (davon 27.000 in der Sparte Gewerbe und Handwerk) "nicht beängstigend" für die niederösterreichische Wirtschaft. "Damit können wir leben", so Breiter.

Kein Einfluss auf Umsatz

Keine nennenswerten Auswirkungen auf das NÖ Gewerbe durch die EU-Erweiterung hat auch eine Umfrage der KMU Forschung Austria unter 730 Betrieben ergeben. Diese Feststellung hinsichtlich Nachfrage-/Umsatzentwicklung hätten 78 Prozent der Unternehmen getroffen. 85 Prozent würden auch keinen Kaufkraftabfluss registrieren. Immerhin fünf Prozent der Betriebe verzeichnen laut der Umfrage Umsatzsteigerungen, die auf die EU-Erweiterung zurückzuführen seien.

Investitionsboom im EU-Osten

Erhöhtes Interesse ihrer Gewerbekunden an den Erweiterungsländern registriert die Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, so Andreas Hopf, Bereichsleiter Centrope. Ungarn, die Slowakei und Tschechien würden dabei "Kopf an Kopf" liegen. Die Investitionsvorhaben in der Region Centrope für den Zeitraum Jänner bis August 2004 bezifferte Hopf mit 64 Mio. Euro. Das sei mehr als das Dreifache der Gesamtinvestitionsvorhaben des Jahres 2003.(APA)

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