Subregens Rothe klagte "profil": Verfahren vertagt

30. September 2004, 17:18
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Zeitschrift veröffentlichte Skandalfotos - Richterin lehnte Ausschluss der Öffentlichkeit ab - Küng als Zeuge geladen

Wien - Für weitere Zeugeneinvernahmen vertagt wurde am Donnerstag ein Ehrenbeleidigungsverfahren, das der frühere Subregens des Priesterseminars St. Pölten, Wolfgang Rothe, gegen das Wochenmagazin "profil" angestrengt hat.

Rothe klagte "profil" wegen des Artikels "Trau dich doch" in der Ausgabe vom 12. Juli, in dem von homosexuellen Beziehungen im Priesterseminar die Rede und ein Foto abgedruckt ist, das einen Kuss von Rothe und einen Seminaristen zeigen soll - was beide vor Gericht bestritten. Zur Fortsetzung der Verhandlung am 2. Dezember wird u.a. der Feldkircher Diözesanbischof Klaus Küng als Zeuge geladen, der in der Diözese St. Pölten eine Visitation durchführt.

Rothe hat das "profil" wegen Übler Nachrede auf Entschädigung und Veröffentlichung des Urteils geklagt. Am Freitag, steht eine ähnliche Verhandlung im Wiener Straf-Landesgericht am Programm: Auch der frühere Regens des Priesterseminars, Ulrich Küchl, hat "profil" wegen dieses Artikels geklagt.

Nicht stattgegeben hat Richterin Natalia Frohner am Donnerstag dem Antrag des Klägers, die Öffentlichkeit von dem Verfahren auszuschließen. Es handle sich "um einen Sachverhalt, der von wesentlichem öffentlichen Interesse ist", begründete sie. Mit dem Vorwurf, dass im Priesterseminar mit Untergebenen homophile Beziehungen gepflegt worden seien, stehe "mehr oder weniger die Glaubwürdigkeit der Kirche am Prüfstand". Dass sie solche Beziehungen gehabt oder dass es im Priesterseminar insgesamt welche gegeben hätte, bestritten sowohl Rothe als auch zwei Priesterseminaristen.

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