One-Chef Bang-Jensen: "Es läuft in die richtige Richtung"

12. Oktober 2004, 18:05
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Mobilfunkbetreiber freut sich über einen "kleinen Zuwachs an Kunden" und erwartet Troubles bei Rufnummernportabilität

"Genaues" zur aktuellen Geschäftsentwicklung wollte der One-Chef Jorgen Bang-Jensen bei einem Pressegespräch am Donnerstag nicht sagen. Aber – "es läuft in die richtige Richtung" und der der drittgrößte heimische Mobilfunkbetreiber freut sich über einen "kleinen Zuwachs an Kunden" und mehr Umsatz.

UMTS zum Geburtstag

Services wie MMS würden langsam zu Greifen beginnen, so Bang-Jensen. Der Anteil der Datendienste liege bei One derzeit bei 14 Prozent, wobei 11 bis 12 Prozent auf SMS entfallen würden. Mit der dritten Mobilfunkgeneration UMTS will One rund um den 26. Oktober, dem "Geburtstag" von One, starten. Anfangs werde man drei verschiedene UMTS-Handys anbieten, der Start werde aber kein "Big Bang" sein, so Bang-Jensen.

Wettbewerb

One sorgte in den letzen Monaten durch den Abbau von insgesamt 225 Mitarbeitern für Schlagzeilen. Der Grund das für: der Preis- und wettbewerbsintensive Markt in Österreich.

Funktioniert

Mit ersten Oktober übergibt One auch die Führung der Mobilfunkallianz "Starmap mobile alliance" an Telenor. Für Bang-Jensen "funktioniert" das Mobilfunkkonsortium, das sich gegen die Branchengrößen T-Mobile und Vodafone positioniert. . So habe man durch gemeinsamen Einkauf von Handys im Millionenbereich sparen können. Bald soll man in den Starmap-Ländern auch One-Wertkarten nutzen können.

Elf Betreiber

Insgesamt betreut die Allianz, die elf Betreiber zählt, mehr als 53 Millionen Handykunden. Die Kooperation umfasst hauptsächlich die Bereiche Roaming, Einkauf, Verkaufs- und Marketing.

Neben One umfasst die Allianz Sonofon, Amena, O2 (Deutschland, Großbritannien und Irland), Pannon GSM, sunrise, Telenor Mobil, Eurotel und Wind. Neue Mitglieder hofft der One-Chef in Frankreich, Belgien und Holland zu finden.

One erwartet anfangs Schwierigkeiten bei Rufnummernportabilität

Bei Einführung der mobilen Rufnummernmitnahme, die alle Mobilfunkanbieter gemäß regulatorischen Vorgaben bis spätestens 16. Oktober 2004 anbieten müssen, rechnet man bei One mit anfänglichen Schwierigkeiten. Da die Vorlaufzeit für die Implementierung der Portabilität für die Betreiber relativ kurz war und man sich "leider nicht auf eine zentrale Datenbank" für den Datenaustausch geeinigt hat, könnte es bei den ersten Portierungen längere Wartezeiten geben, sagte Bang-Jensen.

Pönalezahlungen

Die mobile Rufnummernportierung wird künftig die Mitnahme der Handynummer inklusive Vorwahl bei einem Betreiberwechsel ermöglichen. Die Ummeldung kostet einmalig bis zu 4 Euro, dauert maximal 3 Tage und wird vom neuen Betreiber abgewickelt. Verzögert ein Betreiber die Einführung der Rufnummernmitnahme, fallen bereits ab dem 16. Oktober Pönalezahlungen an.

"Vakuum"

Neben den 4 Euro werde One zusätzlich einen Ummeldeentgelt zwischen 20 und 40 Euro verlangen, kündigte Bang-Jensen am Rande des Pressegesprächs auf Anfrage an. Man sehe sich hier allerdings in einem rechtlichen "Vakuum", zumal der Regulator über die Höhe dieses laut RTR-Vorgaben "zumutbar" zu gestaltenden Tarifs erst in einem Jahr rückwirkend entscheiden werde.

Durch die Rufnummernportabilität erhofft sich One vor allem Zuwächse bei Geschäftskunden. Den Markanteil bei Businesskunden will One künftig u.a. mit Hilfe der Rufnummernmitnahme von derzeit 14 auf 20 Prozent steigern, so Bang-Jensen.

Ausweisen

Wer seine Nummer inklusive Vorwahl bei einem Betreiberwechsel künftig behalten möchte, muss sich beim neuen Betreiber ausweisen und dort eine Ummelde-Vollmacht sowie eine Einverständniserklärung über die Datenübermittlung unterzeichnen. Daraufhin fordert der neue Betreiber beim abgebenden Betreiber alle notwendigen Kundendaten an, die der alte Betreiber laut Vorgaben binnen 30 Minuten per Mail oder Fax übermitteln muss. Nach einer weiteren zehnminütigen Rückbestätigungsfrist kann ein neuer Vertrag unterzeichnet werden. (red/APA)

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