Im Zeichen der Favoriten

11. Juli 2005, 15:10
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Chelsea, Barcelona, AC Milan und Inter nach zwei Spielen noch ohne Punktverlust - Titelverteidiger FC Porto vor dem Aus

Wien - Europas Topklubs haben auch am Mittwoch zum Abschluss des zweiten Spieltags der Fußball-Champions League ihre Titel-Ambitionen demonstriert. Nachdem sich am Dienstag ManU-Jungstar Wayne Rooney und Bayern-Torjäger Roy Makaay mit je drei Treffern in den Vordergrund geschossen hatten, glänzten die Großvereine der Millionenliga am Mittwoch im Kollektiv. Sowohl Chelsea, als auch der FC Barcelona und die beiden Mailänder Klubs AC Milan und Inter stehen nach zwei Spielen mit einer makellosen Bilanz und je sechs Punkten da.

Arsenal musste sich mit Remis begnügen

Einzig der englische Meister Arsenal musste sich bei Rosenborg Trondheim, das im 100. Europacup-Spiel der Klubgeschichte in Europas Königsklasse zum fünften Mal in Folge zu Hause nicht verlor, mit einem Remis begnügen. Zwar hatte der Schwede Ljungberg für die "Gunners" (seit 47 Liga-Spielen ohne Niederlage) bereits nach fünf Minuten getroffen, doch mit der frühen Führung im Hinterkopf wurden die Londoner zusehends nachlässig und mit dem Ausgleich durch Strand bestraft (52.).

"Ich bin enttäuscht. Wir hätten die drei Punkte mitnehmen müssen", trauerte Arsenal-Coach Arsene Wenger den vielen vergebenen Chancen nach. Dank eines 1:0-Heimerfolges des PSV Eindhoven über Panathinaikos, den Vennegoor of Hesselink mit einem abgefälschten Kopfball besiegelte (80.), behielten die Engländer aber ihre Spitzenposition in Gruppe E.

Chelsea ließ Titelverteidger keine Chance

Stadtrivale Chelsea gab sich hingegen gegen den Ex-Klub von Coach Jose Mourinho, den FC Porto, keine Blöße und siegte 3:1. Mourinho lobte die Arbeitseinstellung seiner Millionen-Truppe. "Meine großen Spieler sind eine Einheit. Deswegen hat uns in den insgesamt neun bisherigen Saisonspielen auch niemand besiegt." Titelverteidiger Porto muss sich nach dem enttäuschenden Auftakt-Remis in Gruppe H gegen CSKA Moskau indessen ernsthafte Sorgen um den Achtelfinal-Einzug machen, denn die Moskauer landeten mit einem 2:0 über Paris St. Germain den ersten Champions League-Erfolg in der Vereinshistorie.

Wie die Londoner ziehen in Gruppe F der FC Barcelona und der AC Milan einsam ihre Kreise. Während die Katalanen vor über 75.000 Fans im Camp Nou nichts anbrennen ließen und Schachtjor Donezk mit 3:0 abfertigten, musste der italienische Titelträger gegen Celtic Glasgow bis zur Schlussphase zittern. Erst der eingewechselte Filippo Inzaghi brachte die Mailänder mit seinem ersten Treffer nach sechsmonatiger Verletzungspause auf die Siegerstraße (89.), bevor Pirlo in der Nachspielzeit per abgefälschtem Freistoß sogar noch zum 3:1-Endstand einnetzte.

Erster Treffer nach der Verletzung für "Pipo"

"Ich habe sechs Monate von diesem Moment geträumt", so Inzaghi, der eine komplizierte Knöchelverletzung hinter sich hat. In der dritten Runde, die auf Grund der Nationalteam-Pause erst am 20. Oktober ausgetragen wird, kommt es zum Spitzenspiel zwischen den beiden bisher souveränen Gruppenfavoriten Milan und Barcelona.

Dann steigt auch in Gruppe G das mit Spannung erwartete Duell zwischen Valencia und Inter Mailand. Doch während sich die Italiener am Mittwoch mit einem 3:1-Sieg bei Anderlecht schadlos hielten, unterlag der spanische beim deutschen Meister Bremen mit 1:2. Valencia ging zwar bereits nach 89 Sekunden durch Jungstar Vicente planmäßig in Führung, doch eine Vielzahl von Fehlentscheidungen durch Referee Riley verunsicherte die Spanier.

Neun Gelbe Kartons in Bremen

Der Engländer verteilte in einem nicht überhart geführten Spiel nicht weniger als neun Gelbe Karten. Entscheidend waren aber zwei gegen den spanischen Teamverteidiger Marchena, der damit vorzeitig vom Platz musste (55.). Die erste Verwarnung resultierte dabei aus einer deutlichen Schwalbe von Werder-Stürmer Klasnic. Die Bremer nutzten die numerische Überlegenheit und kamen dank Treffern von Klose (60.) und Charisteas (84.) zum ersten Champions League-Erfolg seit mehr als 10 Jahren. "Wir müssen uns nicht schämen, hier verloren zu haben. Immerhin sind sie deutscher Meister", erklärte Valencia-Coach Claudio Ranieri, der im Vorjahr Chelsea bis ins Semifinale geführt hatte. (APA/Reuters)

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    Ronaldinho durfte erstmals in dieser Saison jubeln.

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