Immofinanz: Erträge erneut deutlich verbessert

3. Oktober 2004, 18:01
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Im ersten Quartal 2004/05 - Ergebnis stieg um ein Drittel auf 30 Millionen Euro, Gewinn je Aktie um ein Viertel

Wien - Erneut deutlich verbessern konnte die börsennotierte Immofinanz Immobilien Anlagen AG ihre Ertragslage im 1. Quartal des neuen Geschäftsjahres 2004/05. Im Zeitraum Mai bis Juli steigerte Österreichs größte Immo-Gesellschaft ihr Ergebnis aus der Geschäftstätigkeit (EBIT) um 33,5 Prozent auf 30,3 Mio. Euro und erhöhte den Gewinn je Aktie um 25 Prozent auf 10 Cent. Das Ergebnis vor Ertragssteuern verdoppelte sich nahezu auf 36,4 (19,9) Mio. Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2004/05 (per 30.4.) rechnet die Immofinanz im Ausblick mit einem - nach der Verkehrswertmethode berechneten - EBIT von 160 Mio. Euro und einem Konzernumsatz von rund 175 Mio. Euro. Das Immo-Vermögen solle bis dahin einen Wert von mehr als 3 Mrd. Euro erreichen, heißt es.

Cash Flow legt um 44 Prozent zu

Der Cash Flow legte im 1. Quartal um 44 Prozent auf 16,7 Mio. Euro zu. Die Umsatzerlöse stiegen um 47 Prozent auf 31,1 Mio. Euro. Mittlerweile zählt Immofinanz zu den fünf größten börsennotierten Immobilienunternehmen Europas. Die Zahl der Immobilien stieg binnen Jahresfrist (gegenüber dem 31.7.03) von 203 auf 338 in 19 Ländern, davon werden 147 Objekte in Beteiligungen gehalten. Die Nutzfläche wuchs auf 1,831 Mio. m2, nach 1,693 Mio. m2 zum Ultimo 2003/04 (per 30.4.) bzw. 1,295 Mio. m2 vor einem Jahr (31.7.).

Das Immobilienvermögen wuchs von 2,12 Mrd. Eure zum Ende der Periode 2003/04 (per 30.4.) auf nunmehr 2,30 Mrd. Euro. Darin ist der Erwerb Wohnbaugesellschaft Buwog vom Bund noch gar nicht berücksichtigt, da das Closing dieser Transaktion erst ins 2. Quartal (August bis Oktober) fällt. Die 1,831 Mio. m2 Nutzfläche verteilten sich Ende Juli laut Aktionärsbrief so: 34,8 Prozent Büros, 13,9 Prozent Logistik, 12,2 Prozent Stellplätze, 9,0 Prozent Wipark, 12,4 Prozent Geschäfte, 4,7 Prozent Freizeit/Hotels und 13,0 Prozent Wohnungen.

Wichtige Zukäufe

Auch ohne Einrechnung der Buwog-Großakquisition konnte die Immofinanz im Berichtszeitraum einige wichtige Zukäufe fixieren. Im Inland erwarb die Tochter Immoaustria u.a. das Büroprojekt Untere Viaduktgasse mit 29.000 m2 Gesamtnutzfläche. Die ebenfalls an der Wiener Börse gelistete Ost-Tochter Immoeast kaufte in Budapest drei vermietete Büroobjekte mit 35.800 m2; hinzu kommt das Entwicklungsprojekt Europe Tower mit 24.000 m2, die Fertigsstellung ist für Herbst 2006 geplant. Die Immowest stieg erstmals in den als lukrativ und zukunftsträchtig bezeichneten Immobilienmarkt Nordeuropas ein, nach Schweden sind auch Investments in Norwegen, Finnland und Dänemark geplant.

Der Schwerpunkt der neuen Investitionen der Immofinanz werde in den nächsten Monaten in Zentral- und Westeuropa liegen, ergänzt um Österreich. In Zentraleuropa werde der Fokus der weiteren Ankäufe in Polen, Tschechien und Ungarn sowie Rumänien liegen. Weiters stehe über einen Partner der Markteintritt in Litauen bevor. In Westeuropa richte sich der Blick nach Deutschland, Frankreich und Italien. In Österreich konzentriere man sich bei den Neuanschaffungen auf den Einzelhandels- sowie den Wohnbereich.

Weichen für weitere Kapitalaufstockung

Nach der letzten Kapitalerhöhung im Mai, mit der sich die Immofinanz vom Kapitalmarkt 312 Mio. Euro zur Finanzierung des weiteren Wachstums geholt hat, stellt das Unternehmen heute bei der ordentlichen Hauptversammlung (ab 11:00 Uhr) die Weichen für eine weitere Kapitalaufstockung. Der neue Kapitalrahmen soll der Gesellschaft ermöglichen, ihr Grundkapital von derzeit rund 260 Mio. Euro durch die Ausgabe von bis zu 125,87 Mio. Stück um bis zur Hälfte (etwa 130,67 Mio. Euro) auf bis zu 390 Mio. Euro anzuheben.

Mit der letzten Kapitalerhöhung Anfang des 1. Quartals habe man eine breite finanzielle Basis auch für den Buwog-Deal geschaffen. Die nochmals kräftig auf 73,8 Prozent gestiegene Eigenkapitalquote liege deutlich über dem vom Unternehmen angepeilten Wert von 50 Prozent, werde durch die Konsolidierung der Buwog auf auf den Normalwert zurückgehen: "Wir sind exzellent finanziert und unsere Ertragslage ist besser denn je", so Vorstandschef Karl Petrikovics am Donnerstag: "Wir können die Buwog problemlos in unser Portfolio integrieren, und die Fortsetzung unseres Kurses des steigenden Ertrags und des kontinuierlichen Größenwachstums ist heute sehr gut abgesichert."

Die Immofinanz mit rund 60.000 Aktionären wies Ende des 1. Quartals eine Börsekapitalisierung von 1,682 Mio. Euro auf, nach 1,307 Mrd. Euro zum Ultimo 2003/04 (30.4.) bzw. 1,054 Mrd. Euro vor einem Jahr (31.7.). Die Aktien notieren aktuell bei 6,70 Euro. (APA)

  • Die Immofinanz konnte ihre Ertragslage wieder deutlich verbessern
    foto: derstandard.at

    Die Immofinanz konnte ihre Ertragslage wieder deutlich verbessern

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