Kufstein: Impfserie nach Gelbsuchtalarm

30. September 2004, 18:24
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Metzgerangestellte hatte sich mit Hepatitis-A-Virus angesteckt - sieben Personen bereits erkrankt - weitere Erkrankungen werden erwartet

Innsbruck - Im Tiroler Bezirk Kufstein herrscht derzeit Gelbsuchtalarm. Die Mitarbeiterin einer Metzgerei in Kirchbichl hatte sich vermutlich bei ihrem Urlaub in Ägypten mit dem Hepatitis-A-Virus angesteckt. Sieben weitere Personen wurden in der Folge bisher infiziert. Im Rahmen einer kostenlosen Aktion ließen sich zunächst 300 Menschen vorsorglich impfen.

Warenlieferungen vor Entdeckung

Neben der Angestellten sind auch deren Sohn und sechs Kunden an Hepatitis A erkrankt, bestätigte Landessanitätsdirektor Christoph Neuner . Er rechnete damit, dass sich noch "zahlreiche" andere Personen aus dem Umfeld der Betroffenen mit dem Virus angesteckt haben. Die Metzgerei hatte ihre Waren nicht nur im Geschäftslokal verkauft, sondern auch viele Firmen und Privathaushalte im Bezirk Kufstein beliefert.

Betrieb geschlossen

Der Betrieb wurde von der Behörde mittlerweile vorübergehend geschlossen. Grund sind laut Neuner hygienische Mängel, die bei einer Kontrolle zu Tage getreten seien. So sei etwa die vorgeschriebene Reinlichkeit in Bezug auf die Hände nicht eingehalten worden. "Wäre hier richtig vorgegangen worden, hätte es wahrscheinlich keine Ansteckung gegeben", sagte Neuner.

Die Landessanitätsdirektion reagierte auf die Erkrankungen mit umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen. Sämtliche Personen, die mit den Betroffenen in Kontakt gekommen sind, wurden dazu aufgerufen, sich an das Gesundheitsamt Kufstein zu wenden. Wenn die Möglichkeit einer Infektion besteht, können sie sich kostenlos impfen lassen. (APA)

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